21.03.2020 11:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Coronavirus
China: Keine neuen Coronavirus-Infektionen
Auch am dritten Tag in Folge seit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus Anfang Januar hat China landesweit keine lokalen Neuinfektionen mehr gemeldet. Allerdings stieg erneut die Zahl der Infizierten, die aus dem Ausland zurück in die Volksrepublik kamen.

Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Samstag mitteilte, wurden 41 neue «importiere Fälle» registriert, also Erkrankungen, die bei Menschen auf der Einreise nach China nachgewiesen wurden. Dies waren zwei mehr als am Vortag. Es war damit der bisher höchste Anstieg von Erkrankten, die aus dem Ausland eingereist waren. Dies schürt Ängste vor einer möglichen zweiten Ausbreitungswelle. Insgesamt wurden nunmehr 269 «importierte» Infektionen gezählt.

Reich der Mitte gibt Hoffnung

China muss jedoch auch weiter Covid-19-Tote beklagen. Am Samstag kamen nach Angaben der Kommission sieben Tote hinzu, womit die Gesamtzahl der Opfer auf 3255 Fälle stieg. Alle neuen Todesfälle seien in der Provinz Hubei registriert worden, dem Zentrum des Virus-Ausbruchs in China, hiess es. Insgesamt wurden auf den chinesischen Festland 81'008 Infizierte registriert, von denen sich bisher rund 71'740 wieder erholt hätten.

«Wuhan macht dem Rest der Welt Hoffnung, dass selbst die schlimmste Situation gedreht werden kann», sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag in einer im Internet übertragenen Pressekonferenz.

Chinas Wirtschaft zeigt nach dem Schock der Coronavirus-Krise dem Internationalen Währungsfonds zufolge trotz weiter bestehender Risiken gewisse Anzeichen einer Normalisierung. Die meisten grösseren Unternehmen hätten ihren Betrieb wieder aufgenommen und viele Mitarbeiter seien an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt, erklärte der IWF am Freitag (Ortszeit). Allerdings könnten die Infektionen wieder zunehmen, wenn der inländische und internationale Reiseverkehr wieder aufgenommen werde. Auch könnte der Virus-Ausbruch in anderen Ländern und die Turbulenzen an den Finanzmärkten die Geschäfte der chinesischen Exporteure erschweren.

Lob aus Washington

Der wirtschaftliche Abschwung im ersten Quartal in China werde erheblich sein und auch über das gesamte Jahr tiefe Spuren hinterlassen, erklärte der IWF in Washington weiter. Dabei verwies er auf sehr schwache Daten von der chinesischen Industrieproduktion und vom Einzelhandel im Januar und Februar.

Der IWF lobte aber die Reaktion der Volksrepublik auf den Virus-Ausbruch. China zeige, dass die richtige Politik einen Unterschied bei der Bekämpfung der Krankheit und der Milderung ihrer Auswirkungen mache, wenn auch mit harten wirtschaftlichen Einschnitten. Die Führung in Peking müsse daher bereit sein, falls nötig, Wachstum und finanzielle Stabilität weiter zu unterstützen und sich international abzustimmen.

Südkorea meldet derweil wieder mehr Neuinfektionen. Der Abwärtstrend halte aber an, hiess es aus dem asiatischen Land. Südkorea habe 147 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert, teilte die zuständige Gesundheitsbehörde am Samstag mit.

Damit legte zwar die Zahl der Ansteckungen am Freitag wieder auf über die Marke von 100 zu, nachdem am Donnerstag nur 87 Fälle gemeldet worden waren. Der grundsätzliche Abwärtstrend seit dem Höhepunkt mit 909 Neuinfektionen am 29. Februar halte aber an. Insgesamt sind in Südkorea nun 8799 Infektionsfälle bestätigt.

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