16.04.2013 09:31
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Freihandel
China und Island unterzeichnen Freihandelsbakommen
China und Island haben am Montag in Peking ein Freihandelsabkommen geschlossen. «Das Abkommen zwischen China und Island ist das erste Freihandelsabkommen zwischen China und einem Land in Europa», sagte Ministerpräsident Li Keqiang nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua.

Der Pakt soll die gegenseitigen Zölle für einige Güter senken. Das krisengeschüttelte Island könnte von dem Abkommen besonders vom stärkeren Handel mit Fisch und Meeresfrüchten profitieren. Der Handel zwischen dem kleinen Inselstaat und der zweitgrössten Volkswirtschaft der Erde stieg laut Xinhua 2012 im Jahresvergleich um 21,1 Prozent auf umgerechnet rund 138 Millionen Euro.

Island ist gemeinsam mit der Schweiz, Liechtenstein und Norwegen Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA). Freihandelsabkommen können entweder zwischen der EFTA als einheitlicher Vertragspartei und einem Drittstaat geschlossen werden. Es steht den Mitgliedsländern jedoch auch frei, in eigenständiger Manier ein Abkommen abzuschliessen, so wie dies Island mit China getan hat.

Auch die Schweiz verhandelt derzeit über ein Freihandelsabkommen mit China. Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hatte dazu vor rund drei Wochen erklärt, es gebe nach wie vor Knacknüsse. Diese sollen in einer neunten Verhandlungsrunde in den kommenden Monaten beseitigt werden. Schneider-Ammann zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Abkommen bald zustande kommt.

Differenzen bestehen offenbar vor allem noch bei den Zolltarifen. Die Schweiz fordere von den Chinesen, die Zölle im Industriebereich zu senken. Dafür verlangten diese Gegenrecht. Doch der Schweizer Markt kenne bei Industriegütern bereits heute praktisch keine Zölle mehr. Auch bei den Menschenrechten bestünden «unterschiedliche Ausgangspunkte und Wertvorstellungen», hatte Schneider-Ammann erklärt.

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