12.11.2014 08:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Emissionen
CO2: China und USA einigen sich auf Emissionsziele
Die beiden weltgrössten Treibhausgas-Emittenten China und die USA haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf neue Ziele zur Reduktion ihres C02-Ausstosses geeinigt. Das gaben die Staatschef Xi Jinping und Barack Obama am Mittwoch in Peking bekannt.

China will spätestens 2030 den Höhepunkt seiner Kohlendioxid-Emissionen erreichen. Die USA wollen ihre Emissionen spätestens 2025 um 26 bis 28 Prozent unter das Niveau von 2005 drücken, wie aus einer gemeinsamen Ankündigung von US-Präsident Barack Obama und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping hervorgeht.

«Das ist ein Meilenstein in den Beziehungen zwischen den USA und China», sagte Obama bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Xi in der Grossen Halle des Volkes in Peking. Die beiden Staatsoberhäupter hatten zuvor über zwei Tage hinweg ausgiebige Gespräche geführt.

China setzt auf mehr Erneuerbare

Bislang hatte Washington eine Reduktion der Treibhausgase um 17 Prozent bis 2020 unter dem Niveau von 2005 angepeilt. Mit dem neuen Ziel verschaffen sich die USA mehr Zeit, aber setzen sich dafür auch grössere Ziele. Obama erklärte, die Emissionsziele seien zwar ehrgeizig, aber erreichbar.

China verpflichtet sich weiterhin nicht direkt zu einer Reduktion von Treibhausgasen. China hatte bislang eine Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien um 15 Prozent bis zum Jahr 2020 bekanntgegeben. Nun gab Xi Jinping das Ziel aus, bis zum Jahr 2030 den Anteil erneuerbarer Energien auf etwa 20 Prozent zu steigern und den Höhepunkt seiner CO2-Ausstösse spätestens dann zu erreichen.

Um den Energiehunger in dem aufstrebenden Schwellenland zu decken, setzt Peking aber nach wie vor auf den Bau von neuen Kohlekraftwerken.

Ermutigung für andere

US-Regierungsmitarbeitern zufolge wollen die beiden Staaten mit ihrer Selbstverpflichtung andere Länder ermutigen, selbst Reduktionsziele festzulegen. Zudem wollten sie den Verhandlungen über ein neues Klima-Abkommen in Paris im kommenden Jahr Schwung geben.

Die internationalen Klimaverhandlungen laufen bisher schleppend. Bei der UNO-Klimakonferenz in Paris Ende 2015 soll ein neuer Klimavertrag verabschiedet werden. Bisher hatten sich unter anderem jedoch die USA und China gegen verbindliche Minderungsziele gesperrt. Die beiden grössten Volkswirtschaften der Erde sind auch die grössten CO2-Emissionsproduzenten der Erde.

Immerhin positives Signal

Bei Klima- und Umweltexperten wurden die Ankündigungen verhalten positiv aufgenommen. Die Umweltorganisation Greenpeace wertete die Ankündigung als ersten Schritt in die richtige Richtung. «Es gibt die klare Erwartung an die beiden Wirtschaftsmächte, grossen Ehrgeiz zu zeigen», sagte Li Shuo, Klimaexperte von Greenpeace. Die Einigung zwischen Obama und Xi dürfe nur ein Mindestmass an Klimazielen darstellen und nicht das Maximum.

Klimaexperte Tao Wang vom Tsinghua-Carnegie Center for Global Policy bezeichnete die Ziele ebenfalls ein grundsätzlich positives Signal. Er kritisierte jedoch auch, dass sie nicht weit genug gingen. Die weitere Steigerung um lediglich fünf Prozentpunkte in zehn Jahren sei angesichts des rasanten Wachstums der Erneuerbaren Energien zu niedrig, sagte er. Die EU will ihre CO2-Emissionen bis 2030 mindestens 40 Prozent unter das Niveau von 1990 drücken; die Schweiz sieht ein Reduktionsziel von 20 Prozent bis 2020 vor.

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