17.06.2020 16:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Deutschland
Corona-Ausbruch: Schlachthof zu
Mit 400 Neuinfizierten allein seit Anfang der Woche nimmt ein Corona-Ausbruch bei dem deutschen Schlachtereibetrieb Tönnies immer grössere Ausmasse an. Das Unternehmen hat die betroffenen Betriebe heruntergefahren.

Von den bislang 500 am Mittwoch vorliegenden Testergebnissen der Mitarbeiter in dem Schlachthof und Fleisch-Zerlegebetrieb in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) seien 400 positiv auf das Virus getestet worden. Weitere Ergebnisse stünden auch noch aus.

Heimaturlaube und Kühlung

Am Nachmittag wollten der Kreis Gütersloh und Tönnies bei einer Pressekonferenz über das Geschehen informieren. Am Dienstag hatte das Unternehmen von 128 positiv auf das Virus getesteten Mitarbeitern gesprochen und Massnahmen zugesagt, die Ausbreitung einzudämmen. Die Schlachtungen seien bereits am Mittwochmittag eingestellt worden, nun würden weitere Bereiche nach und nach heruntergefahren, teilte das Unternehmen mit. Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer (CDU), hat die Schliessung verfügt.

Wie lange der Produktionsbereich geschlossen bleibe, müssten die Behörden nach Lage entscheiden. Als Gründe für die zahlreichen Infektionen nannte das Unternehmen die Rückkehr von Arbeitern nach Heimaturlauben sowie die Kühlung in Bereichen der Firma. Gekühlte Räume beförderten offenbar das Übertragen des Virus auf viele Personen, so Tönnies-Vertreter Gereon Schulze Althoff.

Bereits im Mai Fälle

«Wir können uns nur entschuldigen», sagte Tönnies-Sprecher Andre Vielstädte. Man habe «intensiv» daran gearbeitet, das Virus «aus dem Betrieb zu halten». Gemäss Tönnies ist noch nicht ganz klar, ob es einen oder mehrere Infektionsherde gebe.

Bei einem grossangelegten Corona-Reihentest durch die Gesundheitsbehörden nach einem Ausbruch in einer Fleischfabrik im Kreis Coesfeld (ebenfalls NRW) im Mai waren bei Tönnies zunächst nur wenige Fälle festgestellt worden. Nach Unternehmensangaben wurde allerdings bei späteren Tests ein Infektionsherd identifiziert. Obwohl alle Kontaktpersonen vorsorglich in Quarantäne geschickt worden seien, habe es weitere Infektionen in dem Schweinefleisch-Zerlegebetrieb gegeben.

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