10.06.2017 10:48
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
D: Butterpreis auf Rekordhoch
Der Preis für Butter hat bei den deutschen Discountern einen neuen Höchststand erreicht. Innerhalb eines Jahres hat sich der Preis verdoppelt. Grund sind tiefere Milcheinlieferungen der Bauern.

Discounter erhöhen ungern ihre Preise. Die beiden Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd sind Taktgeber im deutschen Milchmarkt und im deutschen Detailhandel. Sie waren es auch, die vergangenen Dezember mit Preiserhöhungen für Trinkmilch begonnen haben.

Nun hat Aldi Anfang Monat den Preis für Deutsche Markenbutter in der untersten Preislage auf 1,49 Euro (1.62 Fr.) je 250-Gramm-Stück angehoben. Innerhalb von 30 Tagen erhöhte sich eine Packung Butter um 15.5 Prozent. Bereits Anfang Mai wurde die Butter um 10 Cent beziehungsweise 8,4 Prozent auf 1,29 Euro (1.40 Fr.) je 250 Gramm angehoben.

Milchmengen sind gesunken

Gemäss der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) wurde mit 1,49 Euro je Packung in der untersten Preislage ein neuer Rekordwert erreicht. Die bisherige Rekord-Notierung stammte aus dem Jahr 1983. Damals kostete eine 250 Gramm Packung umgerechnet 1.36 Euro. Noch im zweiten Quartal 2016 lag der Durchschnittpreis bei 75 Cent pro Packung. Innerhalb von 12 Monaten hat sich der Preis damit verdoppelt.

Als Grund für den Preisanstieg werden die rückläufigen Milcheinlieferungen verantwortlich gemacht. Im vergangenen Jahr sanken die Produzentenpreise teilweise unter 20 Cent (22 Rp.) pro Kilo Milch. Viele Bauern gerieten in eine finanzielle Notlage, nicht wenige haben die Produktion aufgegeben. Die Europäische Union richtete im Herbst als Folge davon eine Milchdrosselungsprämie von rund 15 Rp./kg aus. Durch den Abbau der Kuhbestände sind die Milchmengen gesunken.

Preise dürften hoch bleiben

Das Angebot hat sich in der Folge verknappt. «Der Markt hat funktioniert», sagt Eckhard Heuser, der Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbandes (MIV), gegenüber der «Welt». Verstärkt wurde der Effekt durch den kalten Frühling. Gemäss MIV haben die Kühe weniger Milch produziert. Nebst dem knappen Angebot haben sich gemäss Heuser auch Spekulanten in den Markt eingemischt. Anleger haben die Warenterminbörsen als Alternative zu anderen Anlagen wiederentdeckt.

«Die Korrekturen nach oben waren dringend notwendig», sagt Industrievertreter Heuser der «Welt». Er verweist auf das dramatische Höfesterben. In der nächsten Zeit dürften die Preise hoch bleiben. Gemäss AMI ist Fett im Moment so teurer wie nie zuvor. 

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