10.06.2014 08:51
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Europäischer Milchmarkt
D: Milchpreise nicht kostendeckend
Die Schere zwischen Kosten und Erlösen hat sich Anfang 2014 für die Milchviehbetriebe in Deutschland wieder stärker geöffnet und eine profitable Produktion unmöglich gemacht.

Wie die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board am vergangenen Montag mitteilte, standen nach Berechnungen des Büros für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL) im Januar durchschnittlichen Produktionskosten von 45,16 Cent (55,1 Rp.) je Kilogramm Milch nur Milchauszahlungspreise von 41,55 Cent/kg (50,7 Rp./kg) im Bundesmittel gegenüber.

Damit habe sich die Preis-Kosten-Ratio nach einer kurzen Erholungsphase im zweiten Halbjahr 2013 für die Produzenten wieder verschlechtert, kritisierte der MEG-Vorsitzende Peter Guhl. Den Berechnungen zufolge fehlten den Milchbauern zu Jahresbeginn zur Vollkostendeckung 3,7 Cent/kg (4,5 Rp./kg), was einer Unterdeckung von 8% entsprach. Dafür waren laut Guhl vor allem steigende Preise bei Futtermitteln und Energie verantwortlich. Diese liessen den Milch Marker Index (MMI) als Mass für die Produktionskosten der Milch von 106 Punkten im Oktober 2013 auf 109 Punkte im Januar 2014 klettern.

Dabei verteuerte sich die Milchproduktion laut MEG in der Region Süd um 1 Cent/kg am stärksten, gefolgt von der Region Ost mit 0,7 Cent/kg und dem Norden mit 0,3 Cent/kg. Gleichzeitig gab im Bundesmittel der Milchauszahlungspreis im Vergleich zu Oktober 2013 um durchschnittlich 0,5 Cent/kg Milch nach, weshalb sich die Preis-Kosten-Relation auf einen Wert von 0,92 verschlechterte. „Es ist leider eine logische Konsequenz dieser Defizitsituation, dass immer mehr Milchbauern die Milchproduktion beenden müssen. In Deutschland und auch EU-weit verschwinden  damit nicht nur einzelne Höfe, sondern wir werden so auch ganze Milchproduktionsregionen verlieren“, warnte der Vorsitzende des European Milk Board (EMB), Romuald Schaber.

Um die zukünftige Ernährungssouveränität in der Gemeinschaft zu schützen, müsse jetzt gehandelt werden. Die Monitoringstelle für den Milchsektor solle deshalb nicht nur den Markt beobachten, so Schaber, sondern aktiv das Angebot an die Nachfrage anpassen, so dass ein kostendeckender Preis für die Milchbauern möglich werde.

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