5.10.2013 14:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchmarkt
D und A: Milchproduzenten müssen Abgabe zahlen
Österreichische Milchproduzenten müssen wegen Überschreitungen ihrer Gesamtmilchquote im Wirtschaftsjahr 2012/13 mehr als 28,7 Mio. Euro (35,3 Mio. Fr.) Strafe zahlen, deutsche Landwirte immerhin 7,2 Mio. Euro (8,86 Mio. Fr.). Das hat die Europäische Kommission vergangene Woche unter Bezug auf nationale Meldungen mitgeteilt.

Sie bestätigte damit Zahlen, die bereits eine Woche zuvor bei der Konferenz zur Zukunft des Milchsektors bekannt geworden waren. Neben Deutschland und Österreich überlieferten auch Dänemark, Polen und Zypern, in der Summe 0,16 Mio. t. Insgesamt werden deshalb Überschussabgaben von insgesamt etwa 46 Mio. Euro (56,6 Mio. Fr.) fällig - je 100 kg werden 27,83 Euro (34,20 Fr.) erhoben.

Trotz der Quotenüberschreitungen blieb die gesamte EU-Liefermenge um 6% unter der verfügbaren EU-Gesamtquotenmenge von 148,86 Mio. t. Das Defizit kann zwischen den Mitgliedstaaten nicht verrechnet werden. Daneben übertrafen niederländische Produzenten ihre Quote für Direktverkäufe um 1,4%. Dafür müssen sie Abgaben in Höhe von 0,3 Mio. Euro zahlen. Wie die Kommission betonte, unterschritten 13 Mitgliedstaaten ihre Molkereianlieferungsquote um mehr als 10%, darunter die Mehrzahl der neuen Mitgliedstaaten.

Die 1984 eingeführte Milchquotenregelung wird am 1. April 2015 abgeschafft. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, wurde beim Gesundheitscheck der Gemeinsamen Agrarpolitik 2008 vereinbart, die Referenzmengen bis zum Quotenjahr 2013/14 schrittweise um jährlich 1% anzuheben. Mitte 2014 will die Kommission einen Bericht über die Marktlage vorlegen. Darin soll unter anderem die Umsetzung des Milchpakets von 2012 in den Mitgliedstaaten überprüft werden - gegebenenfalls mit Änderungsvorschlägen.

Ferner kündigte die Kommission an, dem Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments ebenso wie dem Rat noch in diesem Jahr einen Bericht über die Ergebnisse der Milchkonferenz vom September vorzulegen. Die daraus entstehende Debatte soll in die Vorbereitung des Kommissionsberichts einfliessen. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hatte auf der Konferenz angekündigt, eine Preisbeobachtungsstelle einführen zu wollen.

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