22.04.2013 08:39
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Dänische Kälbermäster haben finanzielle Sorgen
Die dänische Kälbermast hat derzeit mit grossen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und wird ohne politische und finanzielle Unterstützung voraussichtlich auch nicht aus ihrem Tief herauskommen.

Zu diesem Urteil kommt eine Untersuchung vom Institut für Lebensmittel-und Ressourcenökonomik der Universität Kopenhagen, die das dänische Wissenszentrum für die Landwirtschaft (VFL) vergangene Woche vorgestellt hat.

Nach Angaben der Forscher stehen die Rinderhalter und insbesondere die Kälbermäster in dem nordeuropäischen Land seit einigen Jahren unter besonderem wirtschaftlichen Druck, der vor allem aus der vergleichsweise geringen Rentabilität dieses Wirtschaftszweiges resultiert. Zahlreiche Betriebe hätten daraufhin die Mast reduziert oder seien sogar ganz aus der Produktion ausgestiegen.

In der Folgehabe der jährliche Kälberexport zwischen 2007 und 2012 von wenigen tausend Tieren auf zuletzt fast 40'000 Stück zugelegt, wobei der grösste Teil der Tiere in die Niederlande und nach Deutschland geliefert worden sei. Dies habe den Verlust von etwa 300 Arbeitsplätzen in der dänischen Schlachtbranche verursacht. Sollte die Politik dieser Entwicklung nicht mit geeigneten Massnahmen entgegenwirken, rechnen die Fachleute mit einem weiteren Anstieg der Kälberausfuhren und mittelfristig mit dem Verlust weiterer Arbeitsplätze in Produktion und Verarbeitung.

Im Licht dieser Erkenntnisse hat die dänische Landwirtschaftsministerin Mette Gjerskow bereits angekündigt, von der eigentlich für das nächste Jahr vorgesehenen Streichung der Prämie für männliche Kälber vorerst abzusehen. Damit sind Fördergelder im Umfang von 97 Mio. Dänischen Kronen (16 Mio. Fr.) verbunden. Gjerskow rief zugleich die Mäster und Metzger auf, selbst nach privatwirtschaftlichen Lösungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu suchen.

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