22.03.2017 16:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Ukraine
Dank Holz unabhängiger von Russland
Energie ist in der Ukraine seit dem Zerwürfnis mit Russland Mangelware und sehr teuer. Ein Projekt der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) soll das Potenzial von Holz als alternative Energiequelle untersuchen. Durch erneuerbare Energiequellen könnte die Ukraine unabhängiger von Russland werden.

Die Energieversorgung in der Ukraine ist unsicher und teils mangelhaft, die Energiekosten horrend, seit das billige russische Gas nicht mehr fliesst. Die kriegerische Auseinandersetzung mit Russland hat das Land vor ein grosses Energieproblem gestellt. Nur die Hälfte ihres Bedarfs kann die Ukraine aus eigenen fossilen Energieträgern decken. Deshalb will die Regierung mehr auf erneuerbare Energien setzen.

Auf der Suche nach alternativen Energiequellen soll auch ein Projekt des WSL Unterstützung leisten: Das Forschungsprojekt «Identifying Green Energy Options» soll die Möglichkeiten erforschen, einen Teil des Energiebedarfs der Ukraine mit Holz zu decken, wie die WSL am Mittwoch mitteilte. Etwa 16 Prozent der Fläche des Landes sind bewaldet.

Viel vorhanden, aber wenig genutzt

In drei Regionen in der Westukraine wollen die Forschenden um Astrid Björnsen von der WSL unter anderem untersuchen, warum Energieholz bisher nicht intensiver genutzt wurde und wie viel davon künftig nachhaltig genutzt werden könnte. «Obwohl Feuerholz in den westukrainischen, waldreichen Karpaten rund ein Fünftel der Holzernte ausmacht, wird das Potenzial dort nicht ausgeschöpft», liess sich Björnsen in der WSL-Mitteilung zitieren.

Die Energiewende in der Ukraine werde allerdings Zeit brauchen, weil es schon an grundlegenden Dingen fehle, wie Installateure für Heizungsventile oder Zusammenschlüsse von Eigentümern, die ihre Häuser besser isolieren. Dagegen sei die Energiewende in der Schweiz ein Sonntagsspaziergang, sagte Björnsen.

Fachwissen aufbauen

Das WSL-Projekt soll helfen, das nötige Fachwissen für eine nachhaltige Nutzung von Holz als Energiequelle aufzubauen. Zu der Initiative gehören auch die Unterstützung von ukrainischen Nachwuchforschenden im Bereich erneuerbare Energien, sowie Forschungs- und Bildungsprojekte vor Ort.

Das auf vier Jahre angelegte Projekt wird vom Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI finanziert. Beteiligt sind neben dem WSL auch die Nationale Ukrainische Forstuniversität, die ukrainische NGO «FORZA» sowie das Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt in Bern.

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