25.02.2013 07:49
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Deutschland
Deutsche Käseexporte erreichen 2012 Höchststand
Die deutsche Molkereiindustrie kann mit der Entwicklung ihrer Exportgeschäfte im vergangenen Kalenderjahr zufrieden sein. Wie die Geschäftsführerin der Export-Union für Milchprodukte Karin Monke vergangene Woche in Berlin mitteilte, gilt dies insbesondere für die Käseausfuhren.

Mit einer Rekordmenge von fast 1,12 Mio. t wurde hier das Ergebnis von 2011 um rund 6% übertroffen. Das Russlandgeschäft habe sich 2012 wieder gut erholt gezeigt und die betreffende Käseexportmenge sei mit 75'000 t dicht an das Rekordergebnis von 2010 herangekommen. „Das ist gerade auch unter dem Aspekt der zahlreichen Sperrungen deutscher Betriebe im vorigen Jahr ein sehr erfreuliches Ergebnis“, stellte Monke fest.

Käseausfuhren in Drittstaaten steigen um 13,9%

Die neuerlichen Sperren von deutschen Betrieben im Russlandexport bedürften in den nächsten Monaten jedoch verstärkter Anstrengungen der Behörden, aber auch der Molkereien, um das Gesprächsklima mit der russischen Seite zu verbessern. Die Geschäftsführerin gab zu bedenken, dass das Fehlen der Exporte nach Russland eine entsprechende Menge Milch in Deutschland freisetze, die auf den hiesigen Markt und die Preise drücken könne.

„Die Exportzahlen belegen jedoch, dass die deutsche Milchindustrie im vergangenen Jahr verstärkt an neuen Absatzwegen gearbeitet hat. Neue Strukturen brauchen aber auch Zeit, um zu wachsen“, erklärte Monke. Zu den Drittländern, die ein wachsendes Interesse an deutschem Käse zeigen, gehören nach ihren Angaben Japan und Südkorea im asiatischen Raum.

In Nordafrika sei besonders Libyen ein hoffnungsvoller Markt, und auch in Südamerika gebe es wie in Venezuela und Brasilien eine zunehmende Nachfrage nach deutschem Käse - allerdings noch in relativ kleinen Mengen im Vergleich zum Russlandexport. Die Käseausfuhren nach Drittstaaten legten der Export-Union zufolge 2012 um 13,9% auf 139'000 t zu, die innerhalb der EU um 4,8% auf rund 980'000 t.

Exportquote von gut einem Viertel

Export-Union-Geschäftsführer Björn Börgermann wies darauf hin, dass auch der Export von Magermilchpulver in Drittländer für die deutschen Molkereien weiter an Bedeutung gewinne. Während die Lieferungen in Drittstaaten hier um fast 4% auf 107'000 t zugelegt hätten, seien sie in die EU-Nachbarländer um 11% auf knapp 173'000 t zurückgegangen. Vor allem für die Destinationen Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Pakistan, Vietnam und China sei ein Wachstumder Exportmengen bei Milchpulver zu verzeichnen. Von der Gesamtmenge an Magermilchpulver, die in Drittländer versendet worden ist, gingen nach Angaben von Börgermann jetzt schon 70'000 t (24%) nach Asien bedeutete.

Eine relativ noch stärkere Zunahme verzeichnete der Absatz von abgepackter Milch „made in Germany“ in Drittländern, und zwar um 55%. Insgesamt wuchsen die deutschen Ausfuhren von Milch sowie flüssigem Rahm nach Ländern ausserhalb der EU um 63% auf 159'000 t. Die Deutsche Milchindustrie erwirtschaftete dem Statistischen Bundesamt zufolge im Jahr 2012 einen Auslandsumsatz von 5,8 Mrd. Euro (6,95 Mrd. CHF). Gemessen am gesamten Branchenumsatz von 22,9 Mrd. Euro (27,5 Mrd. CHF) entsprach das einer Quote von 25,3%. Fast 1,5 Mrd. Euro (1,8 Mrd. CHF) werden inzwischen durch Verkäufe in Länder ausserhalb der Eurozone erlöst.

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