10.06.2013 07:19
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Deutsche Molkereien rechnen mit weiteren Preisaufschlägen
Die Milchbauern in Deutschland können sich gegenwärtig über höhere Auszahlungsleistungen ihrer Molkereien rechnen. Wie der Milchindustrie-Verband (MIV) vergangene Woche berichtete, sind die Milchproduzentenpreise im Mai 2013 auf durchschnittlich 34,2 Cent/kg (42 Rp./kg) gestiegen. Damit übertrafen diese das vergleichsweise niedrige Vorjahresniveau um gut 2 Cent/kg (2,5 Rp./kg).

Aufgrund der positiven Marktentwicklung geht der Verband davon aus, dass es weitere Aufschläge auf das Milchgeld geben wird. Verantwortlich für die freundliche Entwicklung macht der MIV in erster Linie das Geschehen am Weltmarkt, wo sich in Folge ungünstiger Witterung die Steigerung der Milchproduktion abgekühlt habe. Gleichzeitig bestehe in den Schwellenländern im nordafrikanischen Raum, aber auch in China und anderen asiatischen Ländern ein hoher Importbedarf für Milchprodukte.

Die internationalen Notierungen belegten mit ihrem hohen Niveau die solide Marktsituation und erlaubten einen positiven Ausblick für die Milchbauern, stellte der MIV fest. Dies werde sich für die Konsumenten in moderat anziehenden Preisen für Milchprodukte niederschlagen, was in den vergangenen Wochen bereits in einigen Produktsegmenten geschehen sei.

Sorge bereitet dem Verband nach eigenen Angaben die Vermarktungsentwicklung im Inland. So falle der saisonal übliche Verkaufsanstieg von Sahne für Erdbeeren und Spargel derzeit witterungsbedingt aus. Generell würden die deutschen Absatzzahlen zudem langsam die Überalterung der deutschen Gesellschaft erkennen lassen, denn mit zunehmendem Alter nehme der Pro-Kopf-Verbrauch bei Milchprodukten ab und der Absatz von Milchprodukten im Inland sinke.

Umso wichtiger sei die Pflege des Exportgeschäftes, hob der MIV hervor. Ihm zufolge wird fast die Hälfte der deutschen Milch in Form von Käse, Milchpulver und Butter im Ausland verkauft. Mit Blick auf die bevorstehe EU-Agrarreform befürwortet der Milchindustrie-Verband entschieden den Ausstieg aus der Milchquote. Eine selbst auferlegte Begrenzung der Milchmenge nach dem Auslaufen des Quotensystems erscheine vor dem Hintergrund der guten Perspektiven auf den Absatzmärkten kontraproduktiv für Milchbauern und Molkereien, so der MIV.

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