19.01.2015 14:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
DK: Milchbauern wollen trotz Quotenende aufdrehen
Trotz der niedrigen Milchpreise erwarten Fachleute in Dänemark nach dem Milchquotenende eine erneute Ausweitung der Produktion. Wie der Dachverband der dänischen Landwirtschaft (L&F) vergangene Woche mitteilte, hatten die historisch hohen Milchpreise bereits im letzten Milchwirtschaftsjahr viele Bauern in dem skandinavischen Land dazu verleitet, möglichst viel zu melken.

Dies habe dafür gesorgt, dass die dänische Milchquote 2013/14 um 100 Mio. kg überschritten worden sei. Zwischenzeitlich sei der Milchmarkt aber so stark unter Druck geraten, dass viele Milchbauern in finanziellen Engpässen steckten. Nun stellt sich laut L&F die Frage, wie die Landwirte auf das Ende der Milchquote am 30. März reagieren werden, obwohl nach gängiger Expertenmeinung vor Jahresmitte nicht mit einer nennenswerten Befestigung der Produzentenpreise zu rechnen sei.

Nach Einschätzung von Susanne Clausen vom dänischen Wissenszentrum für die Landwirtschaft (VFL) dürfte ein beachtlicher Teil der Milchbauern trotz der niedrigen Milchpreise ab dem 1. April auf eine Produktionssteigerung setzen. Dies ist ihr zufolge der prekären finanziellen Situation dieser Unternehmen geschuldet. Viele dieser Betriebe müssten hohe Kapitaldienste leisten und könnten mit der Produktion von noch mehr Milch selbst bei niedrigen Produzentenpreisen ihren Cash Flow verbessern.

Der Molkereikonzern Arla Foods vermutet noch ungenutzte Leistungsreserven bei den dänischen Milchbauern und hat sich nach Angaben von L&F für 2015 logistisch auf 5 % bis 6 % mehr Milch eingerichtet. Bereits im Folgejahr soll der Zuwachs nach Meinung von Arla aber wieder deutlich abflachen und sich danach auf Werte zwischen 1 % und 2 % pro Jahr einpendeln. Dieser werde weniger über Aufstockungen, sondern vielmehr über sukzessive Leistungssteigerungen in den bestehenden Beständen erfolgen, so der Konzern.

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