26.06.2013 10:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Deutschland
DMK mit gutem Jahr - Höheres Milchgeld wahrscheinlich
Das Deutsche Milchkontor (DMK) will im laufenden Jahr erstmals die Umsatzmarke von 5 Mrd. Euro (6,15 Mrd. Fr.) knacken. Dieses ambitionierte Ziel formulierte vergangene Woche der Sprecher der DMK-Geschäftsführung, Josef Schwaiger. Er stellte den Milchproduzenten weiter steigende Auszahlungspreise in Aussicht.

Das nach der Fusion von Humana und Nordmilch 2010 zum grössten deutschen Milchverarbeiter aufgestiegene genossenschaftliche
Unternehmen erzielte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,4 Mrd. Euro (rund 5,4 Mrd. Fr.) und erreichte damit nicht ganz das Ergebnis von 4,58 Mrd. Euro (5,6 Mrd. Fr.) im Jahr 2011.

6,6 Milliarden Kilo Milch verarbeitet

Allerdings beziehen sich die aktuellen Geschäftszahlen erstmals auf den 2012 neu entstandenen DMK eG Konzern, wodurch die Vergleichbarkeit mit den Vorjahren eingeschränkt ist. Die insgesamt 6'240 Mitarbeiter des Konzerns konnten im vergangenen Geschäftsjahr 6,6 Mrd. kg Milch verarbeiten und dabei einen Gewinn von rund 20 Mio. Euro (24,6 Mio. Fr.) erzielen.

„Trotz der im Frühjahr 2012 eingebrochenen Märkte für Trinkmilch und für die Produkte der ‚weißen Linie‘ konnten wir unseren Umsatz und den Jahresüberschuss in etwa auf Vorjahresniveau halten. Vor diesem Hintergrund und angesichts der fusionsbedingten Restrukturierungskosten ist das ein sehr gutes Ergebnis“, kommentierte Schwaiger die Geschäftsentwicklung.

Als positiv hob er hervor, dass die Eigenkapitalquote auf 36% erhöht werden konnte und die Anteilseigner wie im Vorjahr eine Dividende von 4% auf ihre gezeichneten und eingezahlten Genossenschaftsanteile erhalten werden.

Export ist ein Schlüsselsegment

Schwaiger kündigte an, dass das DMK die begonnene Internationalisierung vorantreiben werde und nach der Eröffnung einer Vertriebsniederlassung in Shanghai 2012 im laufenden Jahr die Stützpunkte Moskau und Madrid hinzukämen. „Der Milchmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Während die Nachfrage nach Milchprodukten in Europa stagniert, steigt die weltweite Nachfrage rasant. Gefragt ist Qualität ‚Made in Germany‘. Daher ist das Exportgeschäft eines der Schlüsselelemente für unser Unternehmen “, betonte Schwaiger.

Er verwies darauf, dass es mittlerweile in mehr als 100 Ländern DMK-Produkte zu kaufen gebe und das Auslandsgeschäft zuletzt 37,5% zum Gesamtumsatz beigetragen habe. Als Zielmärkte mit grossem Wachstumspotential bezeichnete der DMK-Geschäftsführer die Länder Asiens, der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), aber auch des Mittleren Ostens sowie Nordafrikas sowie Südamerikas. „Diese Regionen werden sich in absehbarer Zeit nicht aus eigener Kraft ausreichend mit Milch versorgen können. Daher wollen wir uns dort engagieren“, kündigte Schwaiger an.

Dafür wurden in den vegangenen beiden Jahren 157 Mio. Euro (193 Mio. Fr.) investiert. Im laufenden Jahr sollen es weitere 160 Mio. Euro sein. Potential für weiteres Wachstum bietet nach Angaben von Schwaiger aber auch das Markengeschäft, das sich mit Unterstützung der begonnenen Relaunch 2012 positiv entwickelt hat. Als wichtiger Wachstumspfeiler sei ausserdem die Ingredienzsparte zu nennen, in welche zuletzt rund ein Fünftel des verarbeiteten Rohstoffes floss.

Milchpreisschwankungen nehmen zu

Die wichtigste Kenngröße der Genossenschaft, der Milchauszahlungspreis, lag nach Angaben des DMK im vergangenen Jahr im Mittel bei 31,43 Euro/kg (rund 38,5 Rp./kg), womit im Schnitt mehr gezahlt wurde als bei den Vergleichsmolkereien. Allerdings erhielten die Lieferanten weniger Geld für ihren Rohstoff als 2011, als sich mehr als 34 Cent/kg (41,2 Rp./kg) erlösen liessen.

Im laufenden Jahr rechnet der Molkereikonzern aber wieder mit einem höheren Milchgeld für die genossenschaftlichen Produzenten. Von Januar bis Mai 2013 lag die Auszahlungsleistung des DMK im Schnitt bei 33,4 Cent/kg (41 Rp./kg). Im Juni kletterte der Preis sogar auf 35 Cent/kg (43 Rp./kg).

Wenn die positiven Markteinflüsse weiter anhielten, werde die Milchauszahlungsleistung für die DMK-Landwirte auch in den kommenden Monaten steigen, erläuterte Schwaiger. Schon mit Blick auf das bevorstehende Ende der Quotenregelung machte der DMK-Geschäftsführer deutlich, dass durch solch einen Umbruch die Volatilitäten an den Märkten zunähmen und die Milchpreise stärker schwankten als bisher, worauf sich die Erzeuger einstellen müssten.

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