28.08.2019 17:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Trockenheit
Dürre: EU hilft Bauern
Europas Bauern leiden unter der Trockenheit. Jetzt bekommen sie von der EU finanzielle Hilfe zugesprochen. Ausserdem dürfen sie brach liegende Flächen nutzen.

Die EU-Staaten haben am Mittwoch grünes Licht für Unterstützungsmassnahmen für die europäischen Landwirte gegeben. Die Europäische Kommission schlug diese im vergangenen Monat vor, um die Auswirkungen der anhaltenden Dürre auf die europäische Landwirtschaft zu mindern. 

Ein grösserer Teil der Direktzahlungen werden im Rahmen der Entwicklung des ländlichen Raums bereits vorab bezahlt. Zudem erhalten Landwirte mehr Flexibilität bei der Nutzung von Flächen, teilt die Europäische Kommission am Mittwoch in einem Communiqué mit. 

„Diese Massnahmen sollen die europäischen Landwirte finanziell entlasten und vor einem Mangel an Futter für ihre Tiere schützen. Wir haben die Situation seit Beginn der extremen Klimaereignisse aufmerksam verfolgt und wollen unsere Landwirte unterstützen“, lässt sich EU-Agrarkommissar Phil Hogan zitieren.

Folgende Massnahmen haben die Mitgliedsstaaten beschlossen:

· Bereitstellung von bis zu 70 Prozent der Direktzahlungen ab Mitte Oktober

· Bereitstellung von bis zu 85 Prozent ihrer Zahlungen für die ländliche Entwicklung, sobald das Massnahmenpaket Anfang September offiziell angenommen ist.

Zudem werden Ausnahmen von bestimmten Ökologisierungsvorschriften gestattet, um mehr Futtermittel verfügbar zu machen. 

· brachliegende Flächen als gesonderte Kultur oder als ökologische Vorrangfläche zu betrachten, auch wenn diese Flächen abgeweidet oder zu Erzeugungszwecken abgeerntet wurden.

· Zwischenfrüchte als „Reinkultur“ (und nicht, wie derzeit vorgeschrieben, Mischkultur) anzupflanzen, wenn sie für die Beweidung/Futtererzeugung bestimmt sind.

· den Mindestzeitraum von acht Wochen für den Anbau von Zwischenfrüchten zu verkürzen, damit Ackerbauern ihre Winterkulturen rechtzeitig nach ihren Zwischenfrüchten aussäen können.

Die Agrarförderung macht derzeit mit jährlich 58 Milliarden Euro (63 Mrd. Fr.) den grössten Posten im EU-Haushalt aus. Der Großteil der Gelder wird dabei pro Hektar direkt an die Betriebe gezahlt, ein Teil der Mittel ist zudem an Umweltauflagen gekoppelt.

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