8.07.2019 09:50
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Trockenheit
Dürre: Litauen ruft Notstand aus
Das zweite Jahr in Folge hat Litauen wegen anhaltender Trockenheit den Notstand erklärt. Nachdem Niederschläge im April fast völlig ausblieben und es auch in den Folgemonaten in weiten Teilen des Landes nicht ausreichend geregnet hat, stellte die Regierung in Vilnius offiziell eine Notsituation fest.

Sie kündigte Massnahmen zur Bewältigung der „hydrologischen Dürre“ an. Wie Landwirtschaftsminister Giedrius Surplys bei der Kabinettssitzung am vergangene Woche feststellte, sind infolge der Trockenheit im Agrarsektor erhebliche wirtschaftliche Einbussen zu erwarten.

Betroffen seien nicht nur die Feldbestände, bei denen bereits mit Ertragsverlusten von bis zu 40% im Vergleich zu „normalen“ Jahren gerechnet werde. Vor grossen Problemen stünden auch die Viehhalter, denen erneut die Futtergrundlage wegbreche. Die Notstandsdeklaration ist nach Angaben von Surplys notwendig, auch um mögliche Sanktionen der Europäischen Kommission zu vermeiden.  Diese drohten ansonsten wegen der Nichteinhaltung bestimmter Subventionsvorschriften, so beispielsweise wegen des Aberntens Ökologischer Vorrangflächen (ÖVF).

Kurzfristige Schritte zur Unterstützung der Landwirte wurden nicht bekanntgegeben. Das Agrarressort hatte zuvor schon in Reaktion auf die Trockenheit 2018 die staatlichen Zuschüsse für landwirtschaftliche Dürreversicherungen auf 70% erhöht. Dies gilt allerdings erst ab der Ernte 2020. Derweil steht das litauische Umweltministerium in Verhandlungen mit weissrussischen Behörden für die Rückstauung von Flüssen, die in einigen Landesteilen bereits Niedrigstpegel aufweisen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE