18.05.2020 10:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Klima
Dürregefahr in Frankreich
In Frankreich hat das Umweltministerium erneut auf die Dürregefahr aufmerksam gemacht. Das Ressort veröffentliche am vergangene Woche eine Prognose, nach der in 18 der insgesamt fast 100 europäischen Gebietskörperschaften eine Dürre zwischen Mai und September zumindest möglich ist.

In weiteren 24 Départements wird eine Dürre für wahrscheinlich gehalten, dazu kommen elf, in denen das Umweltministerium eine erneute Wasserknappheit für sehr wahrscheinlich hält.

Betroffen ist insbesondere die östliche Landeshälfte und vor allem die zentralen Regionen. Die Prognose basiert Ressortangaben zufolge auf den Pegelständen in Flüssen sowie Daten zur Grundwasserneubildung, Bodenfeuchtigkeit, Niederschlagsmenge sowie saisonalen Wettervorhersagen. Im vergangenen Jahr war es in Frankreich in 13 Départements zu längerfristigen Störungen der Wasserversorgung gekommen, die anteilig auch grossflächig ausgefallen waren.

Auf derartige Herausforderungen will man künftig besser vorbereitet sein. Das Umweltministerium kündigte an, die Massnahmen zur Beschränkung der Wassernutzung zu harmonisieren, die behördenübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern und die Versorgung mit Trinkwasser zu priorisieren.

Auch in Frankreich hat sich das Wetter im vergangenen Monat nicht von seiner üblichen Seite gezeigt. Nach Angaben des Statistischen Dienstes beim Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) belief sich die Durchschnittstemperatur auf 14,1 °C und lag damit um 2,8 °C über dem langjährigen Mittel. Seit dem Jahr 1900 gab es nur zwei Jahre mit einem wärmeren April.

Die Niederschläge lagen laut Agreste um 19 % unter der üblichen Menge, allerdings bei sehr ungleicher Verteilung: Auf Korsika und im Südosten des Landes hat es den Statistikern zufolge überdurchschnittlich viel geregnet, während im Norden, Nordosten und Osten weniger als die Hälfte der normalen Niederschlagsmenge registriert wurde.

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