27.11.2014 07:50
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klima
Dürren, Hitze und Fluten immer verheerender
Die Welt muss sich wegen des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums zunehmend auf extreme Wetterbedingungen wie Flutkatastrophen, Dürren und Hitzewellen einstellen. Eine Studie der britischen Royal Society sagt voraus: Ihre Zahl wird sich bis 2100 verdreifachen.

Betroffen seien vor allem weniger entwickelte Länder in Ost-, West- und Zentralafrika sowie Südostasien, heisst es in dem 120 Seiten starken Bericht, der am Mittwoch in London vorgestellt wurde.

Keine passenden Mittel

Wenn sich die Zahl extremer Hitzewellen im Vergleich zu heute verdreifacht, seien dadurch vor allem ältere Menschen über 65 Jahre in Gefahr. Durch die wachsende Erdbevölkerung seien mehr Menschen als bisher betroffen. Auch die Auswirkungen auf die Landwirtschaft drohten verheerend zu werden - unter anderem werde das Arbeiten im Freien in einigen Regionen über längere Zeiträume unmöglich.

«Wir haben keine passenden Mittel gegen die Wetterextreme, die wir gegenwärtig beobachten und schon jetzt sind viele Menschen extrem anfällig», sagte Professorin Georgina Mace vom University College London, die dem Pool von Autoren aus Universitäten in aller Welt für die Studie der Royal Society vorsteht. Die Regierungen auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene müssten jetzt handeln.

Ingenieurlösungen

In vielen Fällen seien Ingenieurlösungen angezeigt, etwa der Bau von Dämmen oder Flutsperren. Sie müssten allerdings mit Lösungen verknüpft werden, die das Ökosystem betreffen, etwa die Anpflanzung bestimmter Baumarten.

Diese Ansätze seien auch in armen Ländern erschwinglicher und brächten zahlreiche positive Nebeneffekte. «Wir müssen aufpassen, das der Bau grosser Ingenieurprojekte uns nicht nachlässig macht», sagte Nancy Grimm, Mitautorin der Studie von der Arizona State University in den USA.

Extremwetter

Witterungsbedingte Naturkatastrophen richten schwere Verwüstungen an und kosten Zehntausende Menschen das Leben.

WIRBELSTURM: Klimaforscher sehen einen Zusammenhang zwischen steigenden Wassertemperaturen und der wachsenden Zahl von Hurrikans über dem Nordatlantik. Hurrikan «Sandy» forderte im Oktober 2012 an der US-Ostküste und in der Karibik rund 180 Menschenleben. «Katrina» tötete im August 2005 an der US-Golfküste mehr als 1800 Menschen.

STURMFLUT: Bei Sturmfluten an der Nordseeküste drückt der Wind die Wassermassen gegen die immer weiter erhöhten Deiche und in die Flussmündungen. Mit Orkan «Xaver» erlebte Hamburg im Dezember 2013 die zweithöchste Sturmflut seit Beginn der Aufzeichnungen 1825.

ÜBERSCHWEMMUNG: Immer häufiger fällt ungewöhnlicher Starkregen. Rund 2000 Menschen starben im Sommer 2010 nach heftigen Monsunregen in Pakistan. Die verwüstete Fläche war fast halb so gross wie Deutschland.

DÜRRE: Eine Dürre führte im Juli 2011 am Horn von Afrika zu einer Hungersnot. Nach UN-Angaben starben Zehntausende Menschen. Rund eine Million Somalier flüchteten in Nachbarländer. Eine beispiellose Dürre löste im August 2010 in Russland verheerende Waldbrände aus. Nach offiziellen Angaben starben mindestens 60 Menschen in den Flammen. sda

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