Montag, 10. Mai 2021
27.11.2014 07:50
Klima

Dürren, Hitze und Fluten immer verheerender

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Die Welt muss sich wegen des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums zunehmend auf extreme Wetterbedingungen wie Flutkatastrophen, Dürren und Hitzewellen einstellen. Eine Studie der britischen Royal Society sagt voraus: Ihre Zahl wird sich bis 2100 verdreifachen.

Betroffen seien vor allem weniger entwickelte Länder in Ost-, West- und Zentralafrika sowie Südostasien, heisst es in dem 120 Seiten starken Bericht, der am Mittwoch in London vorgestellt wurde.

Keine passenden Mittel

Wenn sich die Zahl extremer Hitzewellen im Vergleich zu heute verdreifacht, seien dadurch vor allem ältere Menschen über 65 Jahre in Gefahr. Durch die wachsende Erdbevölkerung seien mehr Menschen als bisher betroffen. Auch die Auswirkungen auf die Landwirtschaft drohten verheerend zu werden – unter anderem werde das Arbeiten im Freien in einigen Regionen über längere Zeiträume unmöglich.

«Wir haben keine passenden Mittel gegen die Wetterextreme, die wir gegenwärtig beobachten und schon jetzt sind viele Menschen extrem anfällig», sagte Professorin Georgina Mace vom University College London, die dem Pool von Autoren aus Universitäten in aller Welt für die Studie der Royal Society vorsteht. Die Regierungen auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene müssten jetzt handeln.

Ingenieurlösungen

In vielen Fällen seien Ingenieurlösungen angezeigt, etwa der Bau von Dämmen oder Flutsperren. Sie müssten allerdings mit Lösungen verknüpft werden, die das Ökosystem betreffen, etwa die Anpflanzung bestimmter Baumarten.

Diese Ansätze seien auch in armen Ländern erschwinglicher und brächten zahlreiche positive Nebeneffekte. «Wir müssen aufpassen, das der Bau grosser Ingenieurprojekte uns nicht nachlässig macht», sagte Nancy Grimm, Mitautorin der Studie von der Arizona State University in den USA.

Extremwetter

Witterungsbedingte Naturkatastrophen richten schwere Verwüstungen an und kosten Zehntausende Menschen das Leben.

WIRBELSTURM: Klimaforscher sehen einen Zusammenhang zwischen steigenden Wassertemperaturen und der wachsenden Zahl von Hurrikans über dem Nordatlantik. Hurrikan «Sandy» forderte im Oktober 2012 an der US-Ostküste und in der Karibik rund 180 Menschenleben. «Katrina» tötete im August 2005 an der US-Golfküste mehr als 1800 Menschen.

STURMFLUT: Bei Sturmfluten an der Nordseeküste drückt der Wind die Wassermassen gegen die immer weiter erhöhten Deiche und in die Flussmündungen. Mit Orkan «Xaver» erlebte Hamburg im Dezember 2013 die zweithöchste Sturmflut seit Beginn der Aufzeichnungen 1825.

ÜBERSCHWEMMUNG: Immer häufiger fällt ungewöhnlicher Starkregen. Rund 2000 Menschen starben im Sommer 2010 nach heftigen Monsunregen in Pakistan. Die verwüstete Fläche war fast halb so gross wie Deutschland.

DÜRRE: Eine Dürre führte im Juli 2011 am Horn von Afrika zu einer Hungersnot. Nach UN-Angaben starben Zehntausende Menschen. Rund eine Million Somalier flüchteten in Nachbarländer. Eine beispiellose Dürre löste im August 2010 in Russland verheerende Waldbrände aus. Nach offiziellen Angaben starben mindestens 60 Menschen in den Flammen. sda

Mehr zum Thema
International

Die starren Vorgaben der Regulierung könnten Marktbarrieren für neuartige Erzeugnisse darstellen. - Symbolbild: fenaco Auch der europäische Rechtsrahmen für Saatgut und anderes Pflanzenvermehrungsmaterial ist modernisierungsbedürftig. Zu diesem Schluss kommt eine…

International

Nach Angaben der Europäischen Kommission liegen derzeit elf Anträge zur Zulassung von Insekten als neuartige Lebensmittel vor. - zvg Die Larven des Mehlkäfers haben die letzte Hürde bei der Zulassung…

International

Der Grossteil der Gelder sollen in Fotovoltaik-Anlagen fliessen. - Pamela FehrenbachTraktor deutz fahr ttv 5d - zvg Von den Geldern aus dem europäischen Instrument zum Wiederaufbau nach der Pandemie (Next…

International

Das teilweise Verbot von bestimmten Insektiziden wurde vor dem Europäischen Gerichtshof bestätigt. - zvg/adi Die Berufung des Bayer-Konzerns wurde abgewiesen. Es ging um die Beschränkungen beim Einsatz von drei Insektiziden.…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE