Montag, 23. November 2020
30.03.2020 07:01
Coronakrise

E: Coronakrise setzt Landwirten zu

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Von: AgE

Spaniens Landwirtschaft bekommt die aktuelle Corona-Krise zu spüren. Es entstehen Absatzprobleme durch die Schliessung von Restaurants und Hotels. Zudem fehlen Saisonarbeitskräfte. Spanien setzt die Regelung zu Ruhezeiten bei Tiertransporten aus. Derweil kommen Bauern neue Aufgaben zugeteilt.

Wie Landwirtschaftsminister Luis Planas am vergangenen Donnerstag berichtete, ist unter anderem der Absatz von Lamm- und Spanferkelfleisch sowie von Schnitt- und Zierblumen in erster Linie infolge der Schliessung von Restaurants und Geschäften einschliesslich Gärtnereien sowie der Absage von Feierlichkeiten massiv eingebrochen.

Keine Erntehelfer wegen Grenzschliessung

Zudem litten Obst- undGemüsebauern unter dem Fehlen von Saisonarbeitskräften. In einer Videokonferenz appellierte Planas gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Didier Guillaume an die EU-Kommission, Massnahmen zur Abmilderung der aktuellen Krise in der Landwirtschaft zu ergreifen. Ausserdem müsse die finanzielle Ausstattung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf ihrem jetzigen Niveau beibehalten werden. Die derzeitige Krise unterstreiche die Wichtigkeit der Ernährungssicherheit in der EU.

Der Mangel an Saisonarbeitskräften geht in Spanien in erster Linie auf die Schliessung der EU-Aussengrenzen zurück, durch die keine marokkanischen Hilfskräfte mehr ins Land kommen, die für die Ernte von roten Früchten sowie von anderem Obst wie Pfirsichen und verschiedenen Gemüsearten gebraucht werden. Es wird versucht, den Arbeitskräftebedarf durch Arbeitslose und derzeit von der Arbeit frei gestellte Beschäftigte aus der Gastronomie zu decken.

Einsatz in der Strassendesinfektion

Um in den Supermärkten Versorgungsengpässe durch Logistikprobleme zu vermeiden, setzte die Regierung in Madrid vorige Woche wichtige Regelungen zur maximalen Lenkzeit von Lkw-Fahrern vorübergehend aus, ebenso die bei Tiertransporten vorgesehenen Ruhezeiten. Die zulässige Gesamtfahrzeit bei Viehtransporten darf indes weiterhin nicht überschritten werden.

Auf viele Landwirte kommt durch die Pandemie eine neue Aufgabe zu. Vielerorts sind sie mit ihren Traktoren und Pflanzenschutzmittelspritzen an der Desinfektion von Strassen beteiligt. In Spanien gilt seit dem 14. März eine Ausgangssperre, von der unter anderem Landwirte und Lebensmitteltransporteure für die Erledigung notwendiger Arbeiten ausgenommen sind.

Spanien ist nach Italien das Land mit den meisten Corona-Todesopfern weltweit. Die Gesamtzahl der Corona-Opfer stieg auf 6528, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntag mitteilte. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg innerhalb eines Tages um 9,1 Prozent auf 78’797 Fälle. Mit Ausnahme von Donnerstag war die Zahl der neu hinzugekommenen Corona-Opfer in Spanien in den vergangenen Tagen stetig gestiegen. Gleichzeitig stieg die Zahl der bereits wieder genesenen Patienten seit Samstag um 19,7 Prozent auf 14’709, wie das Ministerium weiter mitteilte. sda

 

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