26.04.2016 08:07
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Effiziente Weidemilchproduktion wird erforscht
Die Milchproduktion auf der Basis von Weidegras steht im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens „Ökoeffiziente Weidemilcherzeugung Lindhof“, das an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) durchgeführt wird und für das Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck vergangene Woche den Startschuss gegeben hat.

Projektleiter Prof. Friedhelm Taube nannte als Ziel des Projekts, mit möglichst geringen Kosten aus Weidefutter nicht nur hochwertige Milchprodukte zu erzeugen, sondern gleichzeitig weitere Ökosystemdienstleistungen wie Biodiversität, Wasser- und Klimaschutz zu erbringen und damit eine hohe Ökoeffizienz zu realisieren.

Dazu würden umfangreiche Messkampagnen zu den Treibhausgasemissionen und Nährstoffausträgen durchgeführt, um so den „ökologischen Fußabdruck“ der Weidemilch zu bestimmen. Teil des Konzepts ist laut Taube eine Herde mit 80 Jersey-Kühen und Nachzucht, die nach Blockabkalbung im Frühjahr durchgängig Weidemilch erzeugten.

Der Grundenergiebedarf der Jersey-Kühe könne aus normaler Weidehaltung generiert werden. Zwar produzierten sie im Mittel weniger Milch als herkömmliche Milchkühe. Dafür sei die aber von sehr hoher Qualität. Ziel sei es, mehr als 10 000 l Milch je Hektar Kleegras zu erzeugen.

Zudem wolle man herausfinden, wie durch eine im Jahresverlauf ausgedehnte Weidehaltung, kurze Stallzeiten im Winter sowie durch Haltung auf Stroh statt auf Teilspaltenböden die art- und tiergerechte Haltung mit der Effizienz in der Milchherstellung optimal in Einklang gebracht werden könne. Das Forschungsprojekt wird nach Angaben des Hochschullehrers in den im nächsten Jahr startenden Masterstudiengang „Milcherzeugung“ an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der CAU eingebettet.

Das Land Schleswig-Holstein und die Universität Kiel haben im Rahmen des Projekts insgesamt 1,3 Mio. Euro für den Bau eines Milchviehstalls auf dem unieigenen Versuchsgut Lindhof an der Eckernförder Bucht und den Aufbau einer Versuchsherde bereitgestellt.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE