2.09.2018 15:11
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Eine mögliche Dürrehilfe
Zur Wiederherstellung des durch die Dürre angeschlagenen Produktionspotentials in der Landwirtschaft hat EU-Agrarkommissar Phil Hogan den Mitgliedstaaten vorgeschlagen, ihre Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum um entsprechende Massnahmen anzupassen und gegebenenfalls zu ändern.

Dies sei eine der Möglichkeiten, den von der Trockenheit betroffenen Landwirten staatliche Unterstützung zukommen zu lassen, erklärt der Agrarkommissar in seiner Antwort auf die Parlamentarischen Anfragen des Vorsitzenden vom Landwirtschaftsausschuss im Europaparlament, Czeslaw Adam Siekierski aus Polen, sowie des schwedischen Europaabgeordneten Fredrick Federley.

Des Weiteren verweist Hogan auf die bereits getroffenen Entscheidungen der Kommission, um den Landwirten bei der Bewältigung der Dürren zu helfen. Demnach können die Mitgliedstaaten den Landwirten bis Mitte Oktober dieses Jahres bis zu 70 % ihrer Gelder aus der Ersten Säule und 85 % der Mittel aus der Zweiten Säule vorzeitig auszahlen.

Zudem hätten dürregeschädigte Landwirte die Erlaubnis erhalten, Zwischenfrüchte und Brachflächen, die im Rahmen Ökologischer Vorrangflächen (ÖVF) bewirtschaftet würden, vorzeitig als Viehfutter zu nutzen. Nach den geltenden Vorschriften für staatliche Beihilfen für die Landwirtschaft könne ebenso unter bestimmten Voraussetzungen eine Beihilfe von bis zu 80 % des durch Dürre verursachten Schadens gewährt werden.

Beim ausserplanmäßigen Kauf von Futtermitteln, der durch die Dürre bedingt sei, würden zudem Beihilfen entweder als materieller Schaden oder als Einkommensverlust gewährt. Laut Hogan kann hier beispielsweise bei der Bereitstellung der Deminimis-Beihilfen in Höhe von bis zu 15’000 Euro (16’854 Schweizer Franken) pro Landwirt über einen Zeitraum von drei Jahren eine Entschädigung durch die Mitgliedstaaten auch ohne Benachrichtigung der Kommission gezahlt werden.

Siekierski und Federley hatten in ihren Anfragen auf die schwierige Situation der von Trockenheit betroffenen Landwirte vor allem in ihren Heimatländern verwiesen.


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