30.11.2015 10:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ukraine
Einfuhrembargo für russische Agrargüter
Die Ukraine wird das von Russland für Anfang 2016 angekündigte Importverbot für mehrere Agrar- und Ernährungsgüter „spiegelgleich“ erwidern. Das hat der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk bei einer Sondersitzung der Kiewer Regierung am Montag vergangener Woche angekündigt.

Das russische Importverbot wurde im August dieses Jahres beschlossen und soll in Kraft treten, wenn der wirtschaftliche Teil des Assoziierungsabkommens der Ukraine mit der Europäischen Union umgesetzt ist - spätestens bis zum 1. Januar 2016. Jazenjuk veranschlagte die möglichen Verluste der Ukraine durch das Moskauer Embargo auf 600 Mio. USD (618 Mio. Fr.).

Der ukrainische Landwirtschaftsminister Olexij Pawlenko hatte allerdings in der Vorwoche betont, das Einfuhrverbot habe kaum Konsequenzen für die Entwicklung des Agrarsektors in seinem Land. Russland habe nämlich schon längst den bilateralen Agrarhandel beeinträchtigt, teilweise sogar vor Beginn des politischen Konflikts zwischen den beiden Ländern. Der Minister erinnerte an Moskaus umfangreiche Beschränkungen der Importe ukrainischer Lebensmittel, darunter Zucker, Süsswaren, Gemüse sowie Fleisch- und Milcherzeugnisse.

Die Ukraine habe ihre Exportziele mittlerweile angepasst: Nun entfielen nur noch 11% der mengenmässigen Ausfuhren auf die Mitgliedsländer der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), wobei Russland nicht mal mehr zu den zehn wichtigsten Bestimmungsländern gehöre. Darüber hinaus entfielen 47% der ukrainischen Ausfuhren auf andere asiatische Länder, weitere 26% auf die Europäische Union und 14% auf Afrika.

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