27.05.2019 09:28
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Einkommen der Bauern eingebrochen
Die wirtschaftliche Situation der dänischen Landwirte hat sich im vergangenen Kalenderjahr vor allem aufgrund der lang anhaltenden Dürre deutlich verschlechtert.

Das Bruttofaktoreinkommen des Sektors, die Erlöse abzüglich der Produktionskosten und Steuern und zuzüglich der Subventionen, ging nach vorläufigen Angaben der Nationalen Statistikbehörde im Vergleich zumVorjahr um 20,7% auf umgerechnet rund 3,09 Mrd. Euro (3.5 Mrd. Fr.) zurück.

Laut den Statistikern hatte die Trockenheit für eine historisch kleine Getreideernte gesorgt, wobei die Ertragseinbussen durch moderat höhere Preise nicht ausgeglichen werden konnten. In der Nutztierhaltung hätten vergleichsweise niedrigen Schlachttierpreisen dürrebedingt höhere Futterkosten gegenübergestanden. So seien auch hier trotz höherer Verkaufszahlen unter dem Strich ebenfalls rückläufige Ergebnisse zustande gekommen.

Die Behörde wies aber darauf hin, dass 2018 ungeachtet der gravierenden Probleme mit der Witterung und auf den tierischen Märkten in ökonomischer Hinsicht nicht zu den schlechtesten Jahren der vergangenen zwei Dekaden zähle. Den Tiefpunkt hätten die Jahre 2008 und 2009 markiert, als sich das Sektoreinkommen im Zuge der Weltfinanz- und -wirtschaftskrise jeweils auf weniger als 2,5 Mrd. Euro belaufen habe. Dem stünden das gute Jahr 2017 mit umgerechnet 3,91 Mrd. Euro und das bisherige Rekordjahr 2012 mit fast 4,6 Mrd. Euro gegenüber.

Dabei drückt die dänische Landwirtschaft seit längerem aber ein strukturelles Schuldenproblem. Wie der landwirtschaftliche Unternehmensberater Sune Hallberg kürzlich bei der Jahrestagung der Jugendorganisation der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft (DLG) - der Jungen DLG - in Kiel erläuterte, hat dies auch mit dem dänischen Erbschaftssteuerrecht zu tun. Wegen der hohen Steuerlast im Erbfall würden Agrarbetriebe im Normalfall nicht vererbt, sondern an die nachfolgende Generation verkauft. Diese müssten also schon mit einer hohen Schuldenlast beginnen.

Hallberg zufolge sind viele Betriebe in der Vergangenheit aber auch zu schnell gewachsen und dabei in die Schuldenfalle geraten. Inzwischen setze sich jedoch die Erkenntnis durch, dass Landwirtschaft ohne Eigenkapital nicht funktioniere, so der Däne.

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