16.10.2018 08:42
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Klima
El-Niño-Alarm – Farmer gefährdet
Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des Wetterphänomens El Niño ist gestiegen. Das staatliche Wetteramt in Australien hat am vergangenen Donnerstag die Warnstufe heraufgesetzt und einen Vorab-Alarm herausgegeben. Für die Bauern sind das schlechte Nachrichten.

Den Meteorologen zufolge ist die Möglichkeit einer Anomalie der Meeresströmungen im Pazifik, die im Schnitt alle vier Jahre auftritt, auf 70% gestiegen und liegt damit dreimal so hoch wie normal. 

Der tropische Pazifik habe sich in den vergangenen Wochen aufgrund der Schwächung der Passatwinde erwärmt und vier von acht Modelle gingen davon aus, dass die El-Niño-Grenzwerte in den kommenden Monaten überschritten würden, berichtete das Wetteramt. Damit drohe insbesondere dem Süden Australiens ein trockenes und heisses Jahresende mit Hitzewellen und Buschfeuern, während im Norden die Gefahr tropischer Zyklone reduziert werde. 

Eine Trockenperiode würde insbesondere die Farmer in den Bundesstaaten New South Wales, Queensland und Victoria hart treffen, wo in diesem Jahr in einigen Regionen laut Medien bereits die schlimmste Dürre seit 100 Jahren zu verzeichnen war. Aber nicht nur in Australien, sondern auch in vielen anderen Ländern der Südhalbkugel könnte ein starker El Niño durch Trockenheit und Starkregen zu Einbussen bei den Ernten führen und auf den Rohstoffmärkten starke Preisvolatilitäten auslösen. 

Vor 21 Jahren hatte der bislang stärkste El Niño sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen in Südamerika und Kalifornien verursacht. Im Gegenzug litten unter anderem Teile Ozeaniens unter starken Dürren. In Australien fiel beispielsweise ein grosser Teil der Weizenernte der Trockenheit zum Opfer. In Neuseeland sorgten die verdorrten Weiden für einen merklichen Rückgang der Milcherzeugung. Den letzten El Niño gab es 2015. Damals hatten von Südamerika über Afrika und Asien bis nach Ozeanien die Regierungen Krisenstäbe eingerichtet und Vorsorgemassnahmen getroffen. Soweit ist es in diesem Jahr allerdings noch nicht, denn die Prognosemodelle müssen sich erst noch bewahrheiten.

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