3.09.2020 15:16
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klima
Emissionsrekorde durch Waldbrände
Bei Wald- und Buschbränden in den nördlichen Gebieten der Erde ist Klimaexperten zufolge bis Ende August bereits mehr Kohlendioxid freigesetzt worden als im gesamten Vorjahr. Allein bei den Feuern am Polarkreis seien von Januar bis Ende August 244 Megatonnen CO2 in die Atmosphäre gelangt.

Die Experten des europäischen Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienstes (CAMS) führten den Anstieg unter anderem auf die Waldbrände in Sibirien zurück. Sie verwiesen auf die Brände in Jakutien im Nordosten Russlands. Dort seien in den ersten acht Monaten dieses Jahres bereits 395 Megatonnen CO2 freigesetzt worden. 

Millionen Hektar Fläche abgebrannt

Im vorigen Jahr waren es den Berechnungen zufolge insgesamt 208 Megatonnen. In den dünn besiedelten Regionen seien bereits Millionen Hektar Fläche abgebrannt, hiess es. Dort hätten die Feuer auch in den Wintermonaten unter dem Boden weiter geschwelt. Viele Brände habe es auch auf der Tschuktschen-Halbinsel im äussersten Nordosten von Russland gegeben.

Allein zwischen Juni und August hätten die Feuer im sogenannten russischen Föderationskreis Ferner Osten etwa 540 Megatonnen Kohlendioxid freigesetzt. Damit sei der bisherige Rekord von 2003 gebrochen worden, teilte das von der EU finanzierte CAMS mit.

Milder Winter und trockener Frühling

«Die Waldbrände in der Arktis sind seit Mitte Juni sehr intensiv», sagte der Forscher Mark Parrington. «Sie haben schon den 2019er-Rekord gebrochen, was ihr Ausmass und ihre Intensität angeht.» 

In Sibirien hatte ein vergleichsweise milder Winter und Trockenheit im Frühjahr die Ausbreitung der Feuer begünstigt. Dort brennt es schon seit Monaten. Feuerwehren sind im Dauereinsatz. In abgelegenen Regionen wird allerdings nicht gelöscht.

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