15.02.2017 16:07
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA
Entwarnung am Staudamm
Nach der Aufhebung der Evakuierungsanordnung für die Gebiete am Oroville-Staudamm in den USA durften Tausende der betroffenen Einwohner in ihre Häuser zurückkehren. Die Polizei im Bezirk Butte im Bundesstaat Kalifornien stufte den Befehl am Dienstag zu einer einfachen Warnung herab und erlaubte den 188'000 Evakuierten die Rückkehr.

Die Behörden begründeten ihre optimistische Sicht damit, dass der Wasserpegel in dem nach heftigen Regenfällen vollen Staudamm gefallen sei. Ausserdem führten demnach weitere Inspektionen und aktualisierte Wettervorhersagen zur Entwarnung.

Trump gibt Geld frei

Die Polizei drängte die Betroffenen aber weiterhin zur Wachsamkeit. Sie müssten vorbereitet sein, «da sich die Bedingungen schnell ändern können». Sollte es nötig sein, werde es wieder eine Evakuierungsanordnung geben. Das Gebiet bereitete sich auf stürmisches Wetter ab Donnerstag vor, allerdings sollte das Regenrisiko abnehmen.

US-Präsident Donald Trump gab Bundesmittel frei, die Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown beantragt hatte. Er hatte schon für seinen Bundesstaat den Notstand ausgerufen, damit örtliche Gelder eingesetzt werden können. Das Pentagon erklärte, es sei zur Entsendung von Soldaten bereit, sollten sie benötigt werden. Auch Kalifornien versetzte seine 23'000 Mitglieder starke Nationalgarde in Alarmbereitschaft.

Entlastungskanal marode

Brad Alexander vom Katastrophenschutz in Kalifornien bezeichnete die Lage am Oroville-Stausee als derzeit «stabil». Sorge hatte den Behörden zuletzt vor allem ein beschädigter Überlaufkanal bereitet. Nach wochenlangen schweren Regenfällen war das Reservoir des 235 Meter hohen Staudamms etwa 120 Kilometer nördlich der kalifornischen Hauptstadt Sacramento randvoll. Grosse Mengen Wasser wurden kontrolliert abgelassen.

Der Damm selbst droht nach Behördenangaben nicht zu brechen. Sollte jedoch der marode Entlastungskanal brechen, drohen nach Angaben der Behörden Überschwemmungen in der Region. Die Reparaturarbeiten an dem beschädigten Kanal dauerten an.

Baufälliger Zustand

Trumps Sprecher Sean Spicer nannte die Situation am Oroville-Staudamm ein «Bilderbuchbeispiel dafür, weshalb wir ein grosses Infrastrukturpaket im Kongress vorantreiben müssen». Die Dämme, Brücken, Strassen und Häfen des Landes seien in einem «baufälligen Zustand». Ein solches «Desaster» müsse in Zukunft verhindert werden.

Auch Umweltgruppen hatten die Behörden in den vergangenen Jahren immer wieder dafür kritisiert, nicht in die Modernisierung des Staudamms investiert zu haben.

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