22.03.2018 17:43
Quelle: schweizerbauer.ch - Julia Spahr
Russland
Erdbeerbauer machte Putin Konkurrenz
Pawel Grudinin holte bei den Wahlen in Russland 11,9%. Einige «Schweizer Bauer»-Leser dürften den Erdbeerbauern kennen.

Am vergangenen Sonntag wählten die Russen ihren Präsidenten. Der Ausgang war von Anfang an klar. Es würde Wladimir Putin werden. So war es auch. Eine kleine Überraschung gab es trotzdem. Pawel Grudinin, ein Erdbeerbauer aus Moskau und Kandidat der Kommunisten, holte 11,9 Prozent der Stimmen.

Wetterte gegen Putin

Angesichts der Kampagne, die im Vorfeld gegen ihn geführt wurde, sei das ein erstaunliches Ergebnis, schreibt die deutsche Zeitschrift «Stern». Während Grudinin noch bis vor ein paar Jahren für Putin politisiert hatte, wie der «Bund» schreibt, stellt er sich nun gegen dessen Regime. Im Dezember hatte er vor der Duma gegen die Vernachlässigung der Landwirtschaft und der ländlichen Gegend gewettert, wie der «Bund» weiter schreibt.

«Wenn ihr dort nichts investiert in die Infrastruktur, dann laufen euch die Leute davon», zitiert ihn der «Bund». Geld sei genug verfügbar und der Präsident habe sich mit Leuten zusammengetan, die längst ins Gefängnis gehörten, heisst es im «Bund» weiter.

100 Hektaren Erdbeeren 

Grudinin selbst führt seit 23 Jahren die «Sowchose Lenin» und besitzt 40 Prozent davon. Während nach dem Ende der Sowjetunion die meisten Kolchosen und Sowchosen zusammenbrachen, führt er diese erfolgreich weiter. Er baut auf 100 Hektaren Erdbeeren an und verkauft sie frisch. Nur was er nicht los wird, verarbeitet er, etwa zu Säften. Seine Mitarbeitenden leben auf der Sowchose, zu der auch Wohnungen, Schulen, ein Spital, eine Kirche, ein Kulturzentrum und ein Streichelzoo gehören.

Pawel Grudinin dürfte einigen «Schweizer Bauer»-Leserinnen und -Lesern nicht unbekannt sein. Waren sie doch im vergangenen Juni auf einer Leserreise auf der Sowchose Lenin. Sie liessen sich von der schillernden Person Grudinis seinen Betrieb zeigen. Vielleicht hört man in Zukunft noch mehr vom kommunistischen Erdbeerbauer. In Russland werde darüber diskutiert, was seine politische Zukunft bringe: «Vielleicht erhalte er einen Gouverneursposten der Region Moskau? Oder eine erneute Präsidentschaftskandidatur 2024», schreibt der «Stern».  

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