18.07.2018 06:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Erlöse der Landwirte etwas erholt
In Frankreich hat sich die wirtschaftliche Situation der Landwirte im vergangenen Jahr etwas verbessert. Das geht aus den neuesten Zahlen des Nationalen Statistik- und Wirtschaftsforschungsinstituts (INSEE) hervor.

Demnach ist der Wert der französischen Agrarproduktion 2017 - ohne Subventionen - im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 % auf 83,75 Mrd. Schweizer Franken gestiegen.

Tierische Produktion wesentlich besser


Der Rückgang um 6,4 % von 2016 konnte damit allerdings nicht kompensiert werden. Den grössten Anteil am Gesamtwert der Produktion hatten mit 48 Mrd. CHF die pflanzlichen Erzeugnisse, deren Wert indes nur um 1,9% zunahm. Laut INSEE standen hier einer um 6,3% gesteigerten Produktionsmenge um 4,1% niedrigere Preise gegenüber. Deutlich positiver verlief die Entwicklung im vergangen Kalenderjahr in der tierischen Produktion, deren Gesamtwert den Angaben der Pariser Statistiker zufolge um 5,7% auf 30,3 Mrd. Schweizer Franken kletterte.

Getragen wurde diese Entwicklung von im Mittel um 6,8% höheren Preisen, die das mit 1% gegenüber 2016 leicht rückläufige Angebot klar kompensieren konnten. Den Wert der von Landwirten 2017 erbrachten Dienstleistungen veranschlagt das INSEE auf 5,5 Mrd. Schweizer Franken. Neben der Arbeit von Maschinenringen und Lohnunternehmern zählt das Statistikinstitut auch den Agrotourismus zu dieser Kategorie. Gestärkt wurde die Wertschöpfung der französischen Landwirtschaft auch durch die Entwicklung bei den Vorleistungskosten, die im vergangenen Jahr um 1,8 % zurückgingen und damit das vierte Jahr in Folge sanken.

Deutlich mehr Rüben erzeugt

Allerdings verlief die Entwicklung der einzelnen Sektoren in der pflanzlichen Produktion sehr unterschiedlich. So erhöhte sich die Erzeugung von Zuckerrüben nach dem Quotenende um 36,3%, was hier trotz Preiseinbussen von 7,2% eine Zunahme des Produktionswertes um 26,5% auf 1,17 Mrd CHF zur Folge hatte. Im Getreidesektor belief sich der Wert der Produktion 2017 auf 11 Mrd Schweizer Franken. Nach den historisch schlechten Erträgen von 2016 legte der Wert um mehr als ein Fünftel zu, während die Getreidepreise um 2,1% fielen. Indes mussten die Gemüse-, Obst- und Kartoffelbauern INSEE zufolge ihre Forderungen im Mittel um 7% zurücknehmen.

Trotz der Steigerung der Menge um 5,6% ging der Gesamtwert der Produktion dadurch auf 9,33 Mrd CHF zurück. Auch die Winzer erzielten 2017 ein schlechteres Ergebnis als im Vorjahr. Der Wert der französischen Weinproduktion sank um 5,2 % auf 13,06 Mrd Schweizer Franken. Derweil profitierten die Milchviehhalter bei einer nahezu konstanten Produktionsmenge von um 10,5% gestiegenen Preisen. Der Wert ihres Aufkommens erhöhte sich entsprechend auf 11,6 Mrd CHF. Bei Fleisch waren es 16,1 Mrd CHF, was eine Steigerung um 2,1% bedeutete. Ausschlaggebend dafür waren die im Mittel um 3,6% höheren Preise.

Vorjahresvergleich nicht aussagekräftig

Der landwirtschaftliche Berufsstand verwies auf die schlechten Ergebnisse des Vorjahres, in deren Kontext die Erholung von 2017 gesehen werden müsse. Der französische Bauernverband (FNSEA) betonte, dass für viele Bauern die Situation nach „vielen Jahren mit ökonomischen, klimatischen und diplomatischen Krisen“ immer noch kritisch sei. Das Bruttoergebnis der Branche sei immer noch niedriger als im Jahr 2000.

In dieselbe Kerbe schlugen die Verbände der Erzeuger von Weizen (AGPB), Mais (AGPM), Rüben (CGB) und Ölsaaten (FOP). Für die grossen Kulturen sei 2016 ein „katastrophales“ Jahr gewesen; daher seien Vorjahresvergleiche „absolut nicht aussagekräftig“. Das Ergebnis des vergangenen Jahres liege immer noch um 10% unter dem Durchschnitt von 2014 und 2015, gaben die Erzeugerverbände zu bedenken. Der Dachverband der Landwirtschaftskammern (APCA) hob die großen regionalen Unterschiede hervor. In den vom Getreideanbau dominierten Regionen habe es grosse Einkommenssteigerungen gegeben, während die vom Weinbau geprägten Gebiete deutliche Einbussen erlitten hätten. 

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