16.10.2016 14:21
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU-Agrarförderung: 112 Euro pro Bürger
Die gesamten Zahlungen der Europäischen Unio für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum lagen 2015 bei 56,48 Milliarden Euro (61.24 Mrd. Fr.). Das waren etwa 40 Prozent aller EU-Ausgaben. Im EU-Mittel entfielen auf den einzelnen Landwirtschaftsbetrieb 5'379 Euro (5841 Fr.).

Während vor 30 Jahren in der damaligen Europäischen Gemeinschaft noch mehr als drei Viertel der gesamten Ausgaben auf den Agrarhaushalt entfielen, hat die Europäische Union imvergangenen Jahr nur noch rund ein Drittel ihrer Mittel für den Bereich Landwirtschaft verwendet. Darauf weist der emeritierte Hochschullehrer für landwirtschaftliche Betriebslehre, Marktlehre und Betriebsplanung an der Fachhochschule Bingen, Prof. Alfons Janinhoff, in einer aktuellen Haushaltsanalyse der EU hin.

355 Fr./ha

Laut Janinhoff lagen die Ausgaben der EU im Jahr 2015 bei insgesamt 143,54 Mrd. Euro (155 Mrd. Fr.) Davon entfielen 41,42 Mrd. Euro (45 Mrd. Fr.) beziehungsweise 28,9 % auf die entkoppelten Direktzahlungen an Landwirte, während 3,08 Mrd. Euro (3.34 Mrd. Fr.) oder 2,1 % für noch gekoppelte Direktzahlungen und weitere 2,53 Mrd. Euro (2.75 Mrd. Fr.) oder 1,8% für marktbezogene Ausgaben im Agrarbereich gezahlt wurden. Dies entspricht insgesamt einem Anteil von 32,8% an den Brüsseler Gesamtausgaben.

Rechnet man die Förderung der ländlichen Entwicklung und die Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) hinzu, die 13,82 Mrd. Euro (15 Mrd. Fr.) betrugen, leitet sich laut Janinhoff für den Agrarbereich im weiteren Sinn ein Gesamtbetrag von 56,48 Mrd. Euro (61.34 Mrd. Fr.) und ein Anteil von 39,3% am EU-Haushalt ab.

Nach den Berechnungen des Agrarökonomen hat der EU-Agrarbereich die rund 505 Millionen Bürger in der Gemeinschaft im vergangenen Jahr demnach im Durchschnitt mit knapp 112 Euro (122 Fr.) pro Kopf belastet. Umgelegt auf die landwirtschaftliche Nutzfläche der EU von 172,5 Mio. ha kam auf einen Hektar im Mittel ein Betrag von gut 327 Euro (355 Fr.).

2,40 Euro pro Stunde aus Brüssel

In seiner Analyse stellt Janinhoff die Ausgaben der Europäischen Union im Agrarbereich auch in Relation zu den landwirtschaftlichen Betrieben und den dortigen Arbeitskräften. Bezieht man für das Jahr 2015 die Agrarmittel von 56,48 Mrd. Euro auf die etwa 10,5 Millionen landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinschaft, entfallen im Mittel 5'379 Euro (5841 Fr.) auf den einzelnen Hof. Für die etwa 9,2 Millionen Vollarbeitskräfte in der EU-Landwirtschaft errechnet sich ein durchschnittlicher Wert von 6'139 Euro (6'667 Fr.).

Das sind bei 280 Arbeitstagen im Jahr etwa 22 Euro (23.90 Fr.) je Tag und Arbeitskraft. Wird ein Arbeitstag von 9 Stunden unterstellt, bleibt Janinhoff zufolge ein Förderbetrag von 2,40 Euro (2.61 Fr.) pro Stunde. 

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