20.01.2020 19:04
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
EU
EU-Agrarkommissar gegen Kürzung
EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski sprach sich anlässlich der Internationalen Grünen Woche Berlin gegen geplante Einschnitte im EU-Agrarbudget für 2021 bis 2027 aus.

"Unsere Aufgabe ist, es den EU-Agrarhaushalt vor den Kürzungen, welche die EU-Kommission vorsieht, zu schützen", sagte Wojciechowski mit Verweis auf den Green Deal, der von den EU-Landwirten ebenso nur unter der Voraussetzung eines entsprechenden Budgets mitgetragen werden könne.

Chance für kleinere Betriebe

Klimafreundliche Landbewirtschaftung werde die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) stärken, der Beitrag dazu sei aber eine grosse, wenn auch unverzichtbare Herausforderung für die EU-Landwirte, so der EU-Agrarkommissar.

Besonders für mittlere und kleinere bäuerliche Betriebe in der Europäischen Union sei der von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierte Green Deal eine Chance, sagte Wojciechowski und führte in dem Zusammenhang als Beispiel die Biomassenutzung an. Basis dafür sei eine innovative GAP mit einem neuen Leistungsmodell, welches auf nationalen Strategieplänen fusst und den Mitgliedstaaten die Möglichkeit für gezielte Lösungen im jeweiligen Land verschaffe. 

Nachhaltigkeit zum weltweiten Standard machen 

"Der Green Deal ist auch ein Hauptbaustein der 'Farm to Fork'- Strategie der EU-Kommission, die nachhaltige Lebensmittelsysteme sowie leistbare Ernährung zum Ziel hat", ergänzte Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, mit Verweis auf die Präsentation detaillierter Informationen über "Farm to Fork" im kommenden Frühjahr. "Wir wollen, dass Nachhaltigkeit ein weltweiter Standard wird und künftig Lebensmittel mit nur geringfügigen Auswirkungen auf die Natur erzeugt werden", erklärte Kyriakides. 

Die EU-Kommissarin kündigte zudem an, die Entwicklung alternativer Pflanzenschutzmittel zu fördern. "Wir werden nicht zögern, ein Pestizid zu untersagen, das Menschen oder Umwelt schadet. Ich kann Ihnen sagen, dass in der 'Farm to Fork'- Strategie die Nutzung von Pestiziden ganz klar angegangen wird", so Kyriakides. Der Schutz der Bürger vor Pflanzenschutzmitteln und deren Auswirkungen sei die Verantwortung der gesamten EU-Kommission. 

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