18.08.2014 14:40
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
EU
EU-Bauern: 125 Mio. Euro Hilfe
Die EU will den vom russischen Importverbot betroffenen Obst- und Gemüsebauern mit bis zu 125 Mio. Euro (153 Mio. Fr.) helfen. Das Geld werde noch bis Ende November zur Verfügung gestellt, erklärte Agrarkommissar Dacian Ciolos am Montag in Brüssel.

Von der neuen Regelung profitieren können Produzenten von Tomaten, Karotten, Weisskohl, Paprika, Blumenkohl, Gurken und Cornichons, Pilzen, Äpfeln, Birnen, roten Früchten, Tafeltrauben und Kiwis. Diese Produkte stehen in der Hochsaison, und für die meisten Erzeugnisse gibt es keine Speichermöglichkeit, betont die EU-Kommission.

Die Auswirkungen auf bestimmten Marktsegmenten werde nun aber spürbar, heisst es in der Mitteilung der Kommission. Landwirte und Exporteure hätten sich auf diese Situation nicht vorbereiten können. Nicht alle hätten rechtzeitig genügend alternative Absatzmärkte finden können, wird weiter betont.

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos lässt sich in einem Communiqué der Europäischen Kommission wie folgt zitieren: "Unter Berücksichtigung der Marktsituation nach den russischen Einfuhrbeschränkungen für EU-Agrarerzeugnisse habe ich heute Sofortmassnahmen veranlasst, die das Gesamtangebot von einer Reihe von Obst- und Gemüseprodukten auf dem Europäischen Markt reduzieren werden, wenn der Preisdruck in den kommenden Monaten zu gross wird." 

Sämtliche Landwirte der betroffenen Produkte – ob in einer Produzentenorganisation vertreten oder nicht – haben Anspruch auf die Marktstützungsmassnahmen, wenn sie diese für geeignet halten. Das frühzeitige Handeln soll die Preise auf dem Binnenmarkt stützen. Die Kommission will mit ihren Massnahmen helfen, den Markt anzupassen und kosteneffizient zu arbeiten.

Ein weiteres Expertentreffen zur Marktsituation aller landwirtschaftlichen Produkte ist für kommenden Freitag geplant.

Die Kommission hatte in der vergangenen Woche bereits Hilfen für Pfirsich- und Nektarinenbauern angekündigt. Russland hat die Einfuhr von Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Obst und Gemüse aus den USA, der EU, Kanada, Australien und Norwegen für die Dauer von einem Jahr verboten. Damit reagiert die Regierung in Moskau auf Strafmassnahmen wegen des Konfliktes in der Ukraine.

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