28.07.2018 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
EU
EU beruhigt Bauern nach Handelsdeal
Die Bauern in der EU haben nach Angaben der EU-Kommission durch den Deal zur Beilegung des Handelsstreits mit den USA keine stärkere Konkurrenz zu fürchten. Eine Sprecherin der Brüsseler Behörde stellte am Freitag klar, dass landwirtschaftliche Produkte von den geplanten Verhandlungen über ein Zollabkommen ausgenommen sind.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker räumte am Freitag in einem Interview des ARD-Europastudios Brüssel ein, dass der Deal mit Trump wegen der harten EU-Haltung bei den Agrarzöllen fast gescheitert wäre.

USA machte Druck


Die Amerikaner hätten massiven Druck gemacht, dass die EU in Landwirtschaftsfragen Zugeständnisse machen müsse. «Das habe ich strikt abgelehnt», ergänzte Juncker. «Wohlwissend wie die Lage in Europa ist, nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien, in Irland, teilweise auch in Luxemburg und sonst wo.»

Im Gegenzug habe man «im Moment» darauf verzichtet, den Zugang von Firmen aus der EU zu den öffentlichen Ausschreibungen in Amerika zu einem Kernpunkt der Verhandlungen zu machen.

Paris forderte Erklärungen

Vor allem Frankreich hatte nach dem Treffen Erklärungen gefordert. Grund waren unter anderem Äusserungen von Trump, der davon gesprochen hatte, dass die Vereinbarungen für amerikanische Farmer neue Märkte öffnen würden. In dem mit den USA erzielten Deal geht es aber gemäss EU-Kommission nur um ein einziges Produkt, bei dem die EU Zugeständnisse gemacht hat: Nämlich um eine höhere Einfuhr von US-Soja, das in der EU aus klimatischen Gründen kaum produziert wird.

US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker hatten sich am Mittwoch in Washington darauf geeinigt, den monatelangen Handelsstreit beilegen zu wollen und vorerst keine neuen Sonderzölle zu verhängen. Beide Seiten wollen nun unter anderem Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen.

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