9.02.2015 14:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
EU
EU-Energieverbrauch auf tiefstem Stand seit 1995
Der Energieverbrauch in der EU ist auf den tiefsten Stand seit 1995 gesunken. Er lag 2013, im jüngsten Jahr mit umfassend verfügbaren Daten, bei rund 1,666 Mrd. Tonnen Rohöleinheiten, wie das Statistikamt Eurostat am Montag in Luxemburg mitteilte.

1995 hatte er geringfügig darüber gelegen, 1994 merklich darunter, wie aus der Statistik weiter hervorgeht. Der Bruttoinlandenergieverbrauch lag damit 2013 gut 9 Prozent unter dem bisherigen Höchstwert von 1,832 Mrd- Tonnen Rohöleinheiten im Jahr 2006.

Über die Hälfte importiert

Etwas über die Hälfte der verbrauchten Energie (53 Prozent) musste Europa den Angaben zufolge 2013 importieren. Bei der übrigen, in Europa selbst erzeugten Energie steuerte die Atomkraft den grössten Anteil bei: Sie lieferte laut Eurostat 29 Prozent der EU-internen Erzeugung, gefolgt von Energie aus Erneuerbaren wie Wind und Sonne (24 Prozent), festen Brennstoffen wie Kohle (20 Prozent), Erdgas (17 Prozent) und Erdöl (9 Prozent) sowie Abfällen (1 Prozent).

Frankreich steuerte bei der EU-internen Erzeugung den Löwenanteil bei, wofür vor allem die vielen Atomkraftwerke sorgten. Deutschland war der Statistik nach zweitgrösster EU-Energieproduzent.

3 Ursachen

Der insgesamt gesunkene Verbrauch hat mehrere Ursachen. «Ein Grund ist immer noch die Wirtschaftskrise», sagte Energieexperte Moritz Bonn vom Center für Europäische Politik in Freiburg der Nachrichtenagentur AFP. Daneben wirke sich die Energiesparpolitik aus. Drittens spielt laut Bonn die Transformation in den ehemaligen Ostblockstaaten eine Rolle. Dort werde der alte Kraftwerkspark erst nach und nach durch effizientere Anlagen ersetzt.

Eine Rohöleinheit entspricht dem Brennwert einer Tonne Rohöl mit niederem Heizwert. Mit Rohöleinheiten als Rechengrösse können alle möglichen Energieträger erfasst werden.

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