21.11.2013 16:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
EU erhebt Schutzzölle auf Biodiesel aus Argentinien und Indonesien
Die EU hat dauerhafte hohe Schutzzölle gegen Biodiesel aus Argentinien und Indonesien beschlossen. Die Zölle sollen kommenden Mittwoch in Kraft treten und fünf Jahre lang erhoben werden, teilte die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel mit.

Sie betragen demnach im Durchschnitt 24,6 Prozent oder 237,05  Euro pro Tonne für Einfuhren aus Argentinien und im Schnitt 18,9  Prozent oder 166,95 Euro pro Tonne für solche aus Indonesien.

Die EU-Kommission hatte bereits im Mai vorläufige, niedrigere  Zölle verhängt, weil sie hinter den billigen Einfuhren Dumping  vermutet hatte. Diesem Urteil schlossen sich jetzt die  EU-Regierungen an, die für die fünf Jahre laufenden Zölle grünes  Licht geben mussten. Zuvor hatte es eine fünfzehn-monatige  Untersuchung gegeben.

Unfaire Vorteile

Die Unternehmen in Argentinien und Indonesien genossen der  Untersuchung zufolge unfaire Vorteile gegenüber der Konkurrenz in  Europa. Denn sie hätten Zugang zu Rohstoffen «zu Preisen, die  künstlich niedrig sind im Vergleich zu den Weltmarktpreisen»,  erklärte die Kommission. 

Der Unterschied komme dadurch zustande, dass die beiden Länder  hohe Ausfuhrzölle auf Sojabohnen, Sojaöl und Palmöl erheben. Die  europäischen Unternehmen sind deshalb im Nachteil, wenn sie auf die  Rohstoffe aus Argentinien und Indonesien für ihre Produktion  angewiesen sind.

Schutz, nicht Bestrafung

Der europäische Markt für Biodiesel hat nach früheren  Kommissionsangaben ein Volumen von rund zwölf Milliarden Euro, die  argentinischen und indonesischen Importe machen etwa ein Fünftel  davon aus. Argentinien ist der grösste Biodieselproduzent der Welt.

Die EU-Kommission betonte, die Zölle dienten dem Schutz und  nicht der Bestrafung der Argentinier und Indonesier. Sie seien  zudem konform mit internationalem Handelsrecht. Allerdings hatte  bereits vor Wochen Argentinien Gegenwehr in Aussicht gestellt. 

Die befürchteten schweren Nachteile für die Industrie würden  eine Klage vor der Welthandelsorganisation WTO in Genf nach sich  ziehen, erklärte das Aussenministerium in Buenos Aires Anfang  Oktober.

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