17.11.2015 08:08
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU: Erleichterte Ausfuhr von Käse nach Neuseeland
Die Europäische Union und Neuseeland haben Erleichterungen im Handel mit tierischen Produkten vereinbart. Wie die Europäische Kommission am vergangene Woche mitteilte, wurde das bilaterale Veterinärabkommen auf den neuesten Stand gebracht.

Dies bedeutet unter anderem, dass Neuseeland wieder uneingeschränkt frisches Schweinefleisch aus Europa akzeptiert. Wellington hatte die Einfuhr seit 2001 untersagt, um die eigenen Tierbestände vor dem Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS) zu schützen. Betroffen war nicht nur Ware aus der EU, sondern auch aus anderen Staaten wie den USA und Kanada.

Bereits seit einigen Jahren gibt es jedoch einen Impfstoff gegen die Krankheit. Zwischenzeitlich durfte die EU nur gepökelte oder gekochte Schweinefleischprodukte nach Neuseeland exportieren oder musste Fleisch an speziell genehmigte Verarbeiter schicken. Nach Auskunft der Kommission hat die Wiederaufnahme der Frischfleischausfuhren bereits begonnen. Die Erleichterungen gelten für alle EU-Mitgliedstaaten.

Daneben erkennt Neuseeland die EU-Standards für Rohmilcherzeugnisse an, was die europäischen Exporte von Camembert, Roquefort und Emmentaler nach Neuseeland beflügeln dürfte. Weitere Punkte des aktualisierten Veterinärabkommens betreffen die gegenseitige Anerkennung der Kontrollen von Meeresfrüchten, die Aufrechterhaltung des Handels mit besonders behandelten Produkten auch im Falle eines Tierseuchenausbruchs sowie insgesamt eine Verringerung der Kontrollhäufigkeit und die vereinfachte Ausgabe von Zertifikaten.

Laut Kommission ist die bis 1996 zurückreichende Übereinkunft das international am weitesten fortgeschrittene bilaterale Abkommen zu Fragen der Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit. Der Wert der EU-Agrarexporte nach Neuseeland wurden für 2014 mit 427 Mio. Euro (461 Mio. Fr.) angegeben. Die Kommission strebt derzeit die Aufnahme von Gesprächen über ein bilaterales Freihandelsabkommen an, was vom europäischen Agrarsektor mit Skepsis betrachtet wird.

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