23.05.2019 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
EU
EU fordert mehr Preistransparenz
Repräsentative Einkaufspreise des Detailhandels für Fleisch, Zucker und Molkereiprodukte sollen zukünftig veröffentlicht werden. Das schlägt die EU-Kommission vor und will mit einer erhöhten Preistransparenz den Landwirten helfen.

Die Brüsseler Behörde nimmt damit den verbreiteten Vorwurf auf, dass Gewinnspannen im Detailhandel auf Kosten der Landwirte als Rohstofflieferanten in der Regel zu hoch sind. Es gebe zwar zahlreiche Informationen über die Agrarmärkte, aber fast keine Daten über die Märkte zwischen den Landwirten und Konsumenten in der Lebensmittelverarbeitung und im Detailhandel, teilt die EU-Kommission mit.

Die Informationsasymmetrie zwischen Landwirten und anderen Akteuren in der Lebensmittelversorgungskette benachteilige die Landwirte in hohem Masse und untergrabe das Vertrauen in einen fairen Handel. Dieser Mangel an Informationen über Marktentwicklungen seitens der Verarbeiter und Detailhändler werde als "Black Box" der Lebensmittelkette bezeichnet, und der heutige Vorschlag trage dazu bei, sie zu öffnen.

Die EU-Mitgliedstaaten sollen wöchentlich Einkaufspreise des Einzelhandels für Fleisch, Weizenmehl, Butter und Käse erfassen. Für Zucker sind monatliche Meldungen über den Detailhandel und Verarbeiter vorgesehen. Die Kommission rät den EU-Mitgliedstaaten, der Einfachheit halber kleine und mittlere Unternehmen bei der Preiserfassung aussen vor zu lassen. Die Mitgliedstaaten werden die Daten der EU-Kommission übermitteln, die sie ihrerseits auf ihrem Agrar- und Lebensmitteldatenportal und in den EU-Marktbeobachtungsstellen bereitstellt.

Der Vorschlag der EU-Kommission wird für einen vierwöchigen Konsultationszeitraum veröffentlicht. Ein Feedback dazu kann bis zum 19. Juni 2019 abgegeben werden. Der Vorschlag wird dann von der EU-Kommission angenommen und tritt sechs Monate später in Kraft. 

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