4.09.2015 07:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tierprodukte
EU: Handelsbeschränkungen für Tierprodukte
Die EU beschränkt den Handel mit Wildtieren, nicht nur bei Robbenfell und -fleisch. Laut Europäischer Kommission ist der Handel mit geschützten Arten hinter Drogen-, Waffen- und Menschenschmuggel das viertgrösste illegale Geschäft.

ELEFANT: In den 1980er-Jahren war die Zahl der grauen Riesen um die Hälfte auf 600'000 dezimiert worden. Die Stosszähne afrikanischer Elefanten werden häufig zu Souvenirs verarbeitet. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES verbot 1989 den Handel mit Elfenbein. Trotzdem töten Wilderer die Tiere weiterhin zu Tausenden. Das meiste gewilderte Elfenbein geht für umgerechnet rund 980 Franken pro Kilo nach Asien.

NASHORN: Dem traditionellen Heilmittel «Rinoceri cornu» wird eine - wissenschaftlich nicht belegte - fiebersenkende Wirkung zugesprochen. Ungeachtet eines seit 1977 bestehenden Handelsverbots sorgt der Aberglaube von der potenzfördernden Wirkung des harten Horns für eine zusätzliche Nachfrage nach «Rhino-Pulver» - trotz geschätzter Schwarzmarktpreise von bis zu 15'200 Franken pro Kilo.

TIGER: Die Raubkatzen werden gewildert, weil ihre Penisse oder Knochen in der traditionellen koreanischen und chinesischen Medizin als Grundstoff für Liebeselixiere gelten. Der internationale Handel mit Tigerprodukten ist bereits seit 1975 verboten, das illegale Geschäft floriert aber nach wie vor.

KROKODIL: Alle Krokodilarten, Riesenschlangen, Warane und Landschildkröten sind durch CITES geschützt. Wird dem Zoll ein artenschutzrechtliches Dokument vorgelegt, dürfen aber bis zu vier Krokodilprodukte wie Taschen, Schuhe oder Gürtel eingeführt werden. Die Ausname gilt nicht für Krokodilfleisch und Trophäen - ihr Handel bleibt verboten.

STÖR: Alle Störarten stehen seit 1998 unter CITES-Schutz. Um die Wilderei der vom Aussterben bedrohten Fische und den Schmuggel von Störkaviar zu verhindern, ist der Handel nur mit genauer Kennzeichnung und Genehmigung erlaubt. Privatpersonen in der EU dürfen 125 Gramm Störkaviar «zum persönlichen Gebrauch» einführen.

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