6.07.2020 10:50
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU importiert weniger Palmöl
Die EU-Mitgliedstaaten und das Vereinigte Königreich haben im vergangenen Wirtschaftsjahr 2019/20 deutlich weniger Palmöl eingeführt als im Vorjahr.

Wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) in Berlin mit Verweis auf Daten der EU-Kommission mitteilte, verringerte sich die betreffende Menge von Juli 2019 bis zum 21. Juni 2020 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 0,7 Mio. t oder 11 % auf 5,5 Mio. t Palmöl.

Der UFOP zufolge waren vor allem die Palmöleinfuhren der beiden grössten Importeure rückläufig. So wurde für die Niederlande ein Minus bei diesen Importen von 29% auf 1,612 Mio. t verzeichnet und für Spanien eine Verringerung um 16% auf 1,522 Mio. t. Für Italien, den drittgrössten Einkäufer, verzeichnete die Kommission allerdings ein Plus von 13% auf 1,353 Mio. t.

Mit grossem Abstand folgt das Vereinigte Königreich mit einer Importmenge von 272'000 t Palmöl, was einem Zuwachs um 6% entspricht. Frankreich weitete seine Palmölimporte sogar um 38% auf 234'000 t aus. Deutschland schränkte die Bezüge dagegen um 2% auf 197'000 t ein. Die UFOP begrüsste die Reduzierung der Palmölimporte. Ursache dafür sei vor allem der Rückgang der Verwendung von Palmöl zur Herstellung von Biodiesel und hydriertem Pflanzenöl (HVO).

Eine weitere Abnahme erwartet der Verband als Folge der Umsetzung der Delegierten Verordnung zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen für Biomasse mit hohem oder niedrigem Risiko für indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC). Das Tempo der Einschränkung sei allerdings vom Ambitionsniveau der Mitgliedstaaten abhängig - niemand müsse bis 2030 warten, betonte die Förderunion.

Unterdessen erneuerte die UFOP ihre Kritik an der „unbefriedigenden Datenqualität“ der Offizialstatistik der EU-Kommission und der Mitgliedstaaten zur Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Rohstoffarten. Hier sei schnellstmöglich die in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie II (RED II) angekündigte EU-Datenbank nach dem Muster des deutschen Datenbanksystems „Nabisy“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) einzurichten. Damit könnten mögliche Doppelanrechnungen und Betrügereien bestmöglich vermieden werden.

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