27.06.2013 07:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/afp
EU
EU-Kommission: Windpark gefährdet Auerhühner
Ein umstrittenes Windpark-Projekt in Ostfrankreich stösst bei der Europäischen Kommission auf Bedenken. Sie fürchtet mögliche negative Folgen für die vom Aussterben bedrohten Auerhühner.

In einem Schreiben an die Pariser Regierung verlangt die Brüsseler Behörde deshalb Auskunft über «etwaige Auswirkungen» der Windmühlen, die in den Vogesen im Bonhomme-Massiv errichtet werden sollen. Es bestehe die Gefahr, dass ein angemessener Schutz des Auerhuhns nicht gewährleistet sei, warnte die EU-Kommission. 

Projekt im Elsass

Das Bonhomme-Massiv im Elsass liege nahe von sieben Zonen, die unter das Programm Natura 2000 der EU fallen, erklärte die Brüsseler Behörde. Zugleich forderte sie Frankreich auf, sie über Schutzmassnahmen für das Auerhuhn zu informieren und der EU Untersuchungen über mögliche Auswirkungen des geplanten Windparks auf die Umwelt vorzulegen. 

Die zuständigen französischen Behörden hatten am 12. Juni grünes Licht für das Abholzen des fraglichen Gebiets gegeben. Dort soll ein Windpark mit einer Kapazität von insgesamt 11,5 Megawatt entstehen. Dabei würden die Umwelt und bedrohte Arten geschützt, versicherte die Präfektur in Colmar. 

2009 ähnliche Projekt abgelehnt

Im Jahre 2009 hatten die Behörden ein ähnliches Projekt abgelehnt. Frankreich solle nun sagen, welche Analyse-Elemente den Staat bewogen hätten, seine Meinung zu ändern, verlangte die EU-Kommission. Mehrere Umweltschutzorganisation haben für Samstag zu einer Demonstration gegen das Vorhaben aufgerufen. Auch das französische Umweltministerium hatte sich gegen «jedes Windpark-Projekt in den Vogesen» ausgesprochen. 

Bereits im Jahre 1989 hatte Frankreich ein Programm zum Schutz des Auerhuhns - des Symboltiers der Vogesen - beschlossen. Damals wurden besondere Schutzzonen ausgewiesen. Dennoch sind die als besonders scheu geltenden Tiere nach wie vor akut vom Aussterben bedroht.

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