1.07.2013 09:29
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa/afp/blu
EU
EU: Kroatien ist seit Mitternacht 28. Mitglied
Der kleine Mittelmeerstaat Kroatien ist seit Mitternacht das 28. Mitgliedsland der Europäischen Union. Mit Festveranstaltungen in Zagreb und anderen Städten feierten die Menschen in der Nacht zum Montag das Ereignis.

Die EU wird mit dem Beitritt des Landes an der Adria um 4,4 Millionen Einwohner grösser. Die Grenz- und Zollkontrollen zu den EU-Nachbarländern Italien, Slowenien und Ungarn werden gelockert. 

Die frühere jugoslawische Teilrepublik begann im Oktober 2005 die Beitrittsverhandlungen mit der EU. Oft standen die Gespräche wegen Streitigkeiten auf der Kippe. In einem Referendum im Januar 2013 stimmten die Kroaten mit zwei Drittel der abgegebenen Stimmen für den Beitritt. Kroatien bringt viele ungelöste Probleme mit, etwa Korruption und hohe Arbeitslosigkeit.

Das drittärmste EU-Land 

Kroatien ist nach Slowenien die zweite ehemalige jugoslawische Teilrepublik, die nun Mitglied der EU ist. Dem Beitritt waren zehn Jahre mühsamer Verhandlungen vorausgegangen.  

Das 28. Mitglied mit seinen 4,2 Millionen Einwohnern wird nach Bulgarien und Rumänien das drittärmste EU-Land sein. Das Bruttoinlandsprodukt liegt laut EU-Statistik 39 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt.  

Seit 2009 befindet sich das Land in der Rezession, 21 Prozent der Menschen sind arbeitslos. Zudem mahnt die EU weitere Anstrengungen im Kampf gegen die Korruption an. 

Probleme selber lösen 

Trotzdem sei Kroatien auf den EU-Beitritt besser vorbereitet als manch andere Mitglieder es gewesen sei, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Milanka Opacic. Die Mitgliedschaft schaffe Möglichkeiten für Kroatien.  

Doch schwerwiegende Probleme wie etwa die hohe Arbeitslosigkeit und das niedrige Lohnniveau müsse das Land selbst lösen: «Das ist unser Problem, die EU wird es nicht für uns lösen», sagte Opacic. Unter den Gästen beim offiziellen Countdown waren auch alle kroatischen Präsidenten und Regierungschefs seit der Unabhängigkeit vor 22 Jahren - mit Ausnahme von Ex-Premier Ivo Sanader. Dieser sitzt derzeit eine zehnjährige Haftstrafe wegen Korruption ab.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE