14.09.2014 10:29
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchmarkt
EU-Milchmarkt droht schwierige zweite Jahreshälfte
Erstmals seit mehr als 20 Jahren haben die Milcherzeuger in der Europäischen Union im Juli 2014 vergeblich auf einen saisonalen Anstieg ihres Milchgeldes gewartet.

Dies zeigen zumindest erste Daten der EU-Kommission aber auch die aktuellen Ergebnisse des internationalen Milchpreisvergleiches des Niederländischen Bauernverbandes (LTO). Laut Erhebung des LTO haben von den im Vergleich erfassten 16 größeren Molkereien in Nord- und Mitteleuropa lediglich vier das Milchgeld gegenüber Juni aufgestockt, während es in acht Unternehmen gekürzt wurde. Bei einem Viertel der Milchverarbeiter blieb der Auszahlungspreis unverändert.

Bezogen auf alle Unternehmen sank der durchschnittliche Milcherzeugerpreis im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,34 Cent/kg auf 38,65 Cent/kg; das vergleichsweise hohe Vorjahresniveau wurde damit aber noch um 0,66 Cent/kg oder 1,7 % übertroffen. Auf EU-Ebene lagen der Kommission zuletzt Milchpreismeldungen aus 18 Mitgliedstaaten für Juli vor; bis auf Malta und Großbritannien fielen diese überall schwächer als im Juni aus. Da von den Molkereien im Vergleich zu den Vorjahren immer noch ein weit überdurchschnittliches Milchgeld bezahlt wird, sollte das Abbröckeln der Preise auf hohem Niveau eigentlich nicht allzu stark beunruhigen.

Doch an den Produktmärkten geht die Talfahrt der Notierungen für Standardmilcherzeugnisse weiter. Im August verringerte sich laut EU-Kommission im Binnenmarkt der durchschnittliche Butterpreis um gut 5 %; bei Voll- und Magermilchpulver kam es zu einem Rückgang um mehr als 10 %; lediglich die Käsepreise konnten ihr Niveau gut behaupten. Die Verwertung der Milch hat sich also weiter verschlechtert, was den Druck auf die Erzeugerpreise aufrecht erhält. Den LTO-Experten zufolge muss am Milchmarkt wegen hoher Liefermengen, dem russischen Einfuhrstopp für EU-Agrargüter und einer gebremsten Nachfrage in China mit weiteren Preisschwächen gerechnet werden.

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