2.06.2014 07:38
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU: Milchmarktexperten bleiben optimistisch
Die Hausse der europäischen Milchpreise könnte ihren Höhepunkt vorerst überschritten haben. Dieses Fazit zogen Marktexperten vergangene Woche bei ihrer ersten Sitzung im Rahmen der neuen EU-Beobachtungsstelle für den Milchmarkt.

Trotzdem blicken sie weiter optimistisch in die Zukunft. Beobachtern zufolge verlief das Treffen in ruhigem Fahrwasser. An der Expertenrunde sind neben Vertretern der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten acht Branchenverbände beteiligt, nämlich die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA), der Rat der Junglandwirte (CEJA), das European Milk Board (EMB), die European Coordination Via Campesina (ECVC) sowie die EU-Dachverbände der Milchindustrie (EDA), des Milchhandels (Eucolait) und des Gross- und Einzelhandels (EuroCommerce).

Die im April an den Start gegangene Beobachtungsstelle soll der Milchpreisentwicklung auf europäischer sowie internationaler Ebene folgen und zahlreiche Analysen liefern, unter anderem über Märkte, Produktion, Versorgung, Kosten und Ausblicke.

Die Milcherzeugergemeinschaft MEG Milch Board nutzte die Gelegenheit, um die Einrichtung der Beobachtungsstelle noch einmal ausdrücklich zu begrüssen. „Wichtige Daten zur Marktentwicklung stehen nun endlich allen am Markt beteiligten Seiten zeitnah zur Verfügung. Dies sollte die Position der Milchproduzenten in den Preisverhandlungen mit ihren Molkereien stärken“, erklärte der Vorsitzende der MEG Milch Board, Peter Guhl.

Allerdings sieht er gegenüber dem aktuellen Stand der Veröffentlichungen noch Verbesserungspotential. Das bisherige Material sei nicht übersichtlich genug gegliedert und leider nur in englischer Sprache abrufbar. Ferner fehlten wichtige Zusatzinformationen. Mengen und Preise allein sagten nur wenig über die Wirtschaftlichkeit innerhalb der einzelnen Marktstufen aus.

Guhl regt deshalb an, das Beispiel „Kieler Rohstoffwert“ des Instituts für Ernährungswirtschaft auf andere Mitgliedstaaten und die gesamte EU zu übertragen. Auch die Wirtschaftlichkeit der Milchviehbetriebe müsse in den Blick rücken. Die Veröffentlichung einer Preis-Kosten-Ratio, wie sie die MEG Milch-Board bereits für Deutschland errechne, könne hierbei einen wichtigen Beitrag leisten.

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