17.07.2015 10:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU: Parlament will Obst- und Gemüsebauern helfen
Das Europaparlament hat die Europäische Kommission erneut aufgerufen, gegen die unfaire Ausnutzung von Marktmacht in der Agrar- und Ernährungswirtschaft, insbesondere im Obst und Gemüsebereich, mehr als bisher zu tun.

Unlautere Handelspraktiken und der Druck der grossen Einzelhandelsketten auf die Landwirte - unabhängig davon, ob sie einer Organisation angehörten oder nicht - stellten die grössten Hindernisse für ein angemessenes Einkommen von Obst- und Gemüsebauern dar, beklagen die Abgeordneten in einer vergangene Woche verabschiedeten Entschliessung. Die Verderblichkeit der Erzeugnisse schwäche ihre Stellung noch weiter.

Die Kommission solle eindeutige EU-Regeln für die Grundsätze der guten Praxis in der Wertschöpfungskette festlegen, damit nationale Bestimmungen über unlautere Handelspraktiken einheitlich ausgelegt werden könnten. Um Landwirten eine Alternative zum Einzelhandel zu geben, solle ferner die Direktvermarktung durch Produzetnenorganisationen weiter gefördert werden.

Das Parlament stellt zudem fest, dass der Organisationsgrad des Obst- und Gemüsesektors in den vergangenen Jahren zwar gewachsen, aber insgesamt noch immer vergleichsweise niedrig sei, bei grossen Unterschieden zwischen den Mitgliedstaaten. Die Abgeordneten plädieren deshalb dafür, die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Mitgliedschaft in Produzentenorganisationen so attraktiv wie möglich zu gestalten - gerade auch in EU-Ländern mit einem besonders niedrigen Organisationsgrad.

Mit Sorge betrachten die Parlamentarier den Altersdurchschnitt in der Landwirtschaft: Nur 7,5 % der EU-Landwirte seien jünger als 35 Jahre. Dabei handle es sich um einen untragbaren demografischen Trend, der umgekehrt werden müsse. Gut funktionierende, auch für junge Landwirte attraktive Produzentenorganisationen könnten dazu einen Beitrag leisten.

Ferner verlangt das Parlament von der Kommission ein Krisenmanagement mit Augenmass. Beispielsweise sollte konsequent lokalen Produkten Vorrang eingeräumt werden, um den Binnenmarkt zu schützen. Der Mechanismus für Marktrücknahmen im Fall einer akuten Krise sollte effizienter und schneller greifen, damit es zu eventuellen langfristigen Störungen gar nicht erst kommen könne.

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