29.10.2016 07:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Agrochemie
EU: Syngenta-Übernahme wird genau geprüft
Die EU-Wettbewerbsbehörde nimmt die Übernahme des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta durch die chinesische ChemChina genauer unter die Lupe. Die Kartellwächter leiteten eine vertiefte Prüfung der 43 Milliarden Dollar schweren Transaktion ein, wie sie am Freitag mitteilten.

Die Entscheidung, ob die Transaktion genehmigt wird, soll bis zum 15. März fallen. «Dieser Deal würde zu einer Verbindung eines führenden Pflanzenschutz-Unternehmens mit einem seiner Hauptkonkurrenten führen», erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Deshalb müsse sorgfältig geprüft werden, ob der Zusammenschluss die Gefahr höherer Preise oder eines geringen Angebots für Landwirte berge.

Syngenta hatte sich bereits auf eine längere Wartefrist eingestellt und bereits am Montag mitgeteilt, dass man damit rechne, dass sich der regulatorische Prozess bis ins erste Quartal 2017 erstrecken werde. Zuvor hatte ChemChina Syngenta bis Ende dieses Jahres übernehmen wollen.

Am Freitag stellte Syngenta in einer Medienmitteilung fest, dass das verlängerte Prüfverfahren der EU-Kommission am 31. Oktober beginne und üblicherweise bis zu 90 Arbeitstage dauere. Syngenta und ChemChina beabsichtigten, die konstruktiven Gespräche mit den EU-Behörden fortzuführen, um die Prüfung so bald wie möglich abschliessen zu können.

Die Kommission will den Angaben vom Freitag zufolge prüfen, ob der geplante Kauf den Wettbewerb im Bereich der Pflanzenschutzmittel und der Bereitstellung bestimmter dafür benötigter Chemikalien einschränken könnte. Die Behörde habe vorläufige Bedenken gegen das Vorhaben. Die angebotenen Produkte der beiden Unternehmen überschnitten sich stark, die gemeinsamen Marktanteile seien in vielen Märkten vergleichsweise hoch.

ChemChina hatte im März das Kaufangebot für Syngenta vorgelegt und bietet 465 US-Dollar in bar je Syngenta-Namensaktie - insgesamt rund 43 Milliarden Dollar - sowie zuzüglich eine Sonderdividende. Die Angebotsfrist läuft bis zum 8. November 2016, kann aber erneut verlängert werden.

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