10.03.2013 08:03
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU/USA
EU/USA: Agrarwirtschaft soll Teil des Freihandelsabkommens werden
Die anstehenden Verhandlungen zwischen den USA und der EU für ein bilaterales Freihandelsabkommen hat der Agrarattaché der Vereinigten Staaten in Berlin, Paul Spencer, als eines der „großen“ Projekte des Jahres 2013 bezeichnet.

Wie Spencer vergangene Woche in Berlin vor Journalisten erklärte, wird die Agrar- und Ernährungswirtschaft ein wichtiger Teil der Gespräche für eine Transatlantische Handels- und Investment-Partnerschaft (THIP) sein. Über den Zeithorizont und den Umfang der davon betroffenen Wirtschaftsbereiche könne man derzeit aber noch nicht spekulieren, zumal die Verhandlungen bisher noch nicht einmal begonnen hätten.

Knackpunkt GVO?

Der US-Agrarattaché verwies darauf, dass Diskussionspunkte vom US-Trade-Office und von der EU gelöst werden müssten. In der Diskussion gab Spencer zu bedenken, dass es seit Jahren beispielsweise unterschiedliche Auffassungen bei technischen Verfahren wie der Chlorbehandlung von Geflügelfleisch oder Leistungsförderern in der Milch- und Rindfleischproduktion zwischen den europäischen und amerikanischen Standpunkten gebe.

Ein grosses Problem stelle auch die europäische und insbesondere deutsche Sicht auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO) dar. Spencer warnte vor einer Überbewertung der Risiken von GVO und wies gleichzeitig darauf hin, dass die globale Nahrungsmittelproduktion angesichts der wachsenden Weltbevölkerung bis 2050 voraussichtlich um etwa 70 Prozent gesteigert werden müsse. Die grüne Biotechnologie leiste hierzu einen entscheidenden Beitrag. Weltweit werde schon jetzt eine Fläche mit GVO bepflanzt, die viermal grösser sei als die Grundfläche Deutschlands.

US-Markt attraktiv

Mit Blick auf das angestrebte Freihandelsabkommen sieht Spencer gerade auch für die europäische und deutsche Ernährungswirtschaft Vorteile. Die USA stellten mit einer Bevölkerung von 300 Millionen Bürgern einen der weltweit attraktivsten Märkte dar. Insbesondere hochwertige Qualitäts- und Nischenprodukte, wie beispielsweise biologisch erzeugte Lebensmittel, seien in den USA gefragt. Dies könnte nicht zuletzt auch für deutsche Unternehmen neue Absatzmöglichkeiten eröffnen.

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