30.07.2015 15:15
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
EU
EU verlängert Hilfen für Milch-, Obst- und Gemüsebauern
Das russische Embargo für Landwirtschaftsprodukte aus der Gemeinschaft setzt den EU-Bauern zu. Die EU-Kommission wird die Unterstützung der Landwirte deshalb bis ins Jahr 2016 verlängern.

Mit der Massnahme sollen die Auswirkungen der Einfuhrbeschränkungen abgefedert werden. "Die bisher ergriffenen Massnahmen haben eine wichtige Rolle gespielt, die Auswirkungen des russischen Importstopps zu begrenzen", lässt sich EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan am Donnerstag in einem Communiqué der Kommission zitieren. 

Russland hatte als Reaktion auf die EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise im Vorjahr den Import vieler Lebensmittel beschränkt. Das normalerweise nach Russland exportierte Obst und Gemüse überschwemmte daraufhin den europäischen Markt und drohte, den Bauern die Preise zu verderben. Mit dem EU-Programm wird Ware vom Markt genommen, um das Angebot zu verknappen.

"Nach fast einem Jahr müssen wir weiterhin ein Sicherheitsnetz für Hersteller, die wegen des Einfuhrverbots noch immer Schwierigkeiten haben, bereitstellen", hält Hogan fest. Die Marktstützungsmassnahmen im Obst- und Gemüsesektor treten bereits kommende Woche in Kraft und sollen bis zum 30. Juni 2016 gelten.

Das Vorgängerprogramm lief am 30. Juni 2015 aus. Hersteller werden beispielsweise unterstützt, wenn Früchte, die für Russland bestimmt wären, aus dem Markt nehmen und kostenlos verteilen. Die Hilfsmassnahmen sollen jene Obst- und Gemüsesorten umfassen, die vom Einfuhrverbot besonders betroffen sind. Bis Ende Juni 2015 wurden nach Kommissionsangaben 770‘000 Tonnen aus den Märkten genommen. Die finanzielle Unterstützung belief sich auf rund 155 Millionen Euro (165 Mio. Fr.).

Im Milchsektor sollen die Preis-Intervention und die Beihilfen für die private Lagerhaltung von Butter und Magermilchpulver, die am 30. September 2015 auslaufen würden, bis Ende Februar verlängert werden. Im Rahmen der öffentlichen Intervention kaufen Behörden den Herstellern Bestände an Magermilchpulver oder Butter ab. Sie verkaufen sie wieder, sobald sich die Agrarmärkte erholt haben. Bei der privaten Lagerhaltung bleiben die Produkte im Besitz des Produzenten, er nimmt sie aber gegen eine Beihilfe zeitweilig vom Markt.

Bis Ende Juli wurden bisher 108‘652 Tonnen Butter und 40‘045 Tonnen Milchpulver durch private Lagerhalter aus dem Markt genommen.

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