20.10.2015 06:14
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU will Freihandel mit Australien und Neuseeland
Die Europäische Kommission führt ihre Strategie bilateraler Freihandelsabkommen fort. Als nächstes sollen Verhandlungen mit Australien und Neuseeland auf den Weg gebracht werden.

Wie aus der vergangene Woche veröffentlichten Mitteilung „Handel für alle“ hervorgeht, will die Brüsseler Behörde beim Rat ein Mandat erbitten, um mit Canberra und Wellington Gespräche aufzunehmen, und zwar „unter Berücksichtigung der Empfindlichkeiten der EU-Landwirtschaft“.

Die Kommission wertet den Ausbau der Beziehungen zu den beiden Ländern als Priorität. Sie teilten europäische Werte und Standpunkte zu vielen Themen, heisst es in Brüssel. Ferner spielten beide Nationen im asiatisch-pazifischen Raum und auf multilateraler Ebene eine wichtige Rolle. Australien und Neuseeland sind allerdings auch sehr effiziente Agrarproduzenten, die bei einem leichteren Zugang zum EU-Markt den hiesigen Wettbewerbsdruck verschärfen dürften.

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra gilt aufgrund seines hohen Exportanteils als massgeblich für die Entwicklung der weltweiten Milchpreise. Australien wiederum ist seit Jahren unzufrieden mit seinem vergleichsweise sehr beschränkten Zugang zum europäischen Rindfleischmarkt. Dass die EU Freihandelsabkommen ohne Zugeständnisse bei Milch- und Fleischprodukten abschließen könnte, halten Beobachter für unwahrscheinlich.

Im Jahr 2013 exportierten Australien und Neuseeland Agrargüter im Wert von jeweils rund 2,2 Mrd. Euro (2,4 Mrd. Fr.) nach Europa. Dabei waren die
wichtigsten Produkte für Australien Ölsaaten und Wein, für neuseeländische Erzeuger Lammfleisch und Früchte, vor allem getrocknete Beeren und Kiwis. Die Agrarhandelsbilanz der EU ist mit Neuseeland regelmässig stark negativ, während mit Australien seit 2010 in einzelnen Jahren auch ein Überschuss erreicht wurde.

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