26.01.2017 06:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klimawandel
Extremwetter kosteten 400 Milliarden
Der Klimawandel hat heute schon deutliche Auswirkungen auf Europa - und trifft den Süden und die Küsten des Kontinents besonders hart. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Klimabericht der Europäischen Umweltagentur (EEA), der am Mittwoch in Kopenhagen veröffentlicht wurde.

Steigende Meeresspiegel und extremes Wetter wie Hitzewellen, Überflutungen, Dürren und Stürme stellen demnach eine immer grössere Gefahr dar. Doch auch Mitteleuropa drohen immer mehr Hitzeextreme, Überschwemmungen und Waldbränden.

Mehr als 400 Milliarden Euro

Der Bericht, den die Umweltagentur alle vier Jahre veröffentlicht, wertet die Risiken des Klimawandels für die Ökosysteme, die Gesundheit der Menschen und die Wirtschaft in Europa aus. Seit 1980 haben klimaabhängige Extremwetter die Mitgliedstaaten der Europäischen Umweltagentur demnach mehr als 400 Milliarden Euro gekostet.

Vor allem im Mittelmeer werde es künftig noch teurer werden, warnte die EEA. Überschwemmungen hätten im vergangenen Jahrzehnt Millionen Menschen in Europa betroffen. Zehntausende seien aufgrund der intensiven Hitze gestorben.

Auch Schweiz stark betroffen

Auch die Schweiz ist stark vom Klimawandel betroffen, wie kürzlich ein Bericht des Forums ProClim der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz zeigte. Seit 1850 stieg die Jahresdurchschnittstemperatur hierzulande um 1,8 Grad Celsius - rund doppelt so viel wie im globalen Mittel (etwa 0,85 Grad). Die Folgen zeigen sich bereits deutlich im Rückgang der Gletscher, die wichtige Wasserspeicher darstellen, häufigeren Hochwassern, Dürren und Hitzewellen.

Laute EEA-Bericht werde zudem der Klimawandel in anderen Teilen der Welt auch Europa in Zukunft betreffen - etwa, wenn es um den Handel mit landwirtschaftlichen Rohstoffen, Störungen von Transportnetzwerken, geopolitische Sicherheitsrisiken oder Migration gehe.

Klimaschutz und Anpassungen

«Das Ausmass des künftigen Klimawandels und seine Auswirkungen hängen davon ab, wie effektiv unsere globalen Vereinbarungen umgesetzt werden, aber auch davon, dass wir sicherstellen, dass wir die richtigen Anpassungsstrategien haben, um die Risiken von derzeitigen und vorausgesagten Klimaextremen zu verringern», sagte der Direktor der Umweltagentur, Hans Bruyninckx, laut einer Mitteilung.

Der EEA-Bericht ist in Zusammenarbeit mit dem Joint Research Centre der Europäischen Kommission, dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, dem Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation und anderen Partnern entstanden.

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