3.12.2015 15:18
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
EU
EZB führt Geldschwemme fort
Die EZB verschärft den Strafzins für Banken. Der sogenannte Einlagensatz sei auf minus 0,3 Prozent von bislang minus 0,2 Prozent gesetzt worden, teilt die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit. Zudem verlängert die Notenbank den milliardenschweren Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren um ein halbes Jahr bis Ende März 2017.

Für Geschäftsbanken wird es damit noch teurer, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parken. Den Leitzins für die Versorgung der Kreditinstitute mit Zentralbankgeld beliess die EZB hingegen bei 0,05 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt er bereits seit September 2014. Die Notenbank will erreichen, dass die Finanzinstitute das viele billige Geld, das die EZB ihnen zur Verfügung stellt, an Unternehmen und Konsumenten weiterreichen, damit es in Investitionen und Konsum fliesst. Das soll die Konjunktur anschieben und die Teuerung erhöhen.

Niedrige Preise als Risiko

Die Europäische Zentralbank (EZB) verlängert den milliardenschweren Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren um ein halbes Jahr bis mindestens Ende März 2017. Seit diesem März kauft die EZB jeden Monat Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro. Mit dieser Massnahme - im Fachjargon «quantitative Lockerung» (englisch: «Quantitative Easing»/«QE») genannt - wollen die Währungshüter Konjunktur und Teuerung anschieben.

Notfalls könne das Programm auch danach noch weiterlaufen, sollte die derzeit extrem niedrige Inflation sich bis dahin nicht in Richtung des EZB-Ziels von knapp unter 2,0 Prozent bewegt haben, sagte Draghi. Die Inflation im Euroraum ist seit Monaten im Keller - trotz der Geldschwemme der EZB. Dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko für die Konjunktur, weil Unternehmen und Konsumenten in der Hoffnung auf weiter sinkende Preise Investitionen aufschieben könnten.

Wirkung umstritten

Denn das frische Geld kommt im Idealfall über Banken in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an. Bis zum 27. November hat die EZB in diesem Rahmen allein Staatsanleihen im Gesamtvolumen von 445,5 Milliarden Euro erworben. Die Wirkung von Anleihenkäufen ist unter Ökonomen und Notenbankern umstritten, weil bereits extrem viel billiges Zentralbankgeld im Umlauf ist und die Zinsen weiterhin historisch niedrig bleiben.

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