2.03.2020 10:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
F: Bauernverband unter Beschuss
In Frankreich ist erneut Kritik am französischen Bauernverband (FNSEA) laut geworden. Die Internet-Zeitung „Mediapart“ veröffentlichte am 21.Februar und am darauffolgenden Sonntag Artikel, in denen dem Verband die Zweckentfremdung von Geldern vorgeworfen wird.

Wie „Mediapart“ berichtete, geht es unter anderem um einen Fonds, der sich aus Beiträgen der landwirtschaftlichen Arbeitgeber speist und aus dem Analysen und die Beobachtung der Beschäftigungssituation finanziert werden.

Der FNSEA soll die Mittel jedoch auch dafür genutzt haben, Betriebskosten zu decken und sein Defizit zu verringern. Laut Mediapart ist die Verwaltung der Gelder in einer komplexen Architektur organisiert, die der Verband geschaffen habe, um die Kontrolle über alle Ressourcen des Sektors zu erhalten. Die an der Verwaltung beteiligten Organisationen seien am Sitz des FNSEA gemeldet, würden bis auf wenige Ausnahmen von Verbandspersonal vertreten und hätten zudem entgegen der Rechtslage keine Rechenschaftsberichte veröffentlicht.

Zweckentfremdet hat der FNSEA laut Mediapart zudem Gelder, die ebenfalls aus einem Arbeitgeberbeitrag stammen und einer Organisation zugutekommen, die sich um die Verwaltung der sozialen und kulturellen Aktivitäten der Beschäftigten in der Landwirtschaft kümmert und ihnen beispielsweise die Teilnahme an Rabattprogrammen ermöglicht. Der FNSEA hat nach Angaben von Mediapart ein Unternehmen gegründet, das Dienstleistungen für die betreffende Organisation durchführt, ohne jedoch selbst über Angestellte zu verfügen. Diese würden vom Verband ausgeliehen, der sich somit drei Vollzeitstellen finanzieren lasse.

Der FNSEA wies sämtliche Vorwürfe zurück. Alle Vorgänge seien legal und unterlägen strengen Kontrollen. Bereits in der vorvergangenen Woche hatte Mediapart die Gehälter der Verbandsspitzen kritisiert. Der FNSEA hatte sich indes zu seinen Vergütungen bekannt. Die Berichte der Internet-Zeitung basieren offenbar auf internen Informationen des FNSEA, die der Redaktion zugespielt wurden. Der Verband selbst spricht von „Datendiebstahl“ und hat bereits rechtliche Schritte angekündigt.

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